Die Poolbar wirft den Generator an

Kultur / 30.03.2021 • 17:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Poolbar wirft den Generator an
Im Re:post-Labor wird fleißig gebastelt und genäht. Lilian Furrer aus Wien zeigt erste fertiggestellte Produkte. VN/STEURER

Beim Poolbar-Generator sprüht es derzeit nur so vor Kreativität, trotz Abstand, Maske und Testpflicht.

Bregenz Einmal testen, bitte! Ohne strenge Sicherheitsvorkehrungen geht beim diesjährigen Poolbar-Generator freilich nichts. 40 Kunst- und Gestaltungstalente haben sich in der Villa Schwerzenbach in Bregenz breitgemacht, um unter dem Motto „Teilsein“ das Design für das Poolbar-Festival (8. Juli bis 15. August zu) erarbeiten. Begleitet werden sie dabei von externen Profis und Gastkritikern. Tägliche Selbsttest vor Ort und regelmäßige Coronatest in der Teststraße gehören für die kreativen Köpfe heuer zum Pflichtprogramm. „Die Teilnehmer sind sehr diszipliniert und halten sich streng an die Vorgaben“, freut sich Thiemo Kronlechner, der sich vor Ort um den reibungslosen Ablauf kümmert. 

Der Kreativität und dem Tagendrang tut dies keinen Abbruch. Im Re:post-Labor wird bereits fleißig gebastelt und genäht – mit Abstand, versteht sigeach. In Kooperation mit der Österreichischen Post, hauchen die Teilnehmer ausgemusterten Posttaschen neues Leben ein. „Wir fertigen verschiedene Produkte für den Fanshop und den internen Bereich, von Pflanzentöpfen und Mülleimern, bis hin zu Stiftehaltern und Federschachteln“, erklärt Silvia Stocker, die gemeinsam mit Marie Nemeth (Studiotut) das Re:Post- und Produktdesign-Labor leitet. Über die coronabedingten Einschränkungen kann die Designerin leicht hinwegsehen: „Die Freude, in solchen Zeiten etwas gemeinsam zu schaffen, überwiegt für mich.“ Lilian Furrer (22) aus Wien studiert Industrial-Design an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Am Poolbar-Generator schätzt sie vor allem den Austausch mit anderen Studierenden. „Die Atmosphäre ist toll und die Arbeit sehr konstruktiv. Innerhalb von zwei Tagen haben wir bereits 30 Produkte fertiggestellt“, berichtet sie stolz.

“Mit Studierenden vernetzen”

Im Produkt-Design Labor stehen drei Projekte im Fokus. Neben Fahrrad-Abstellmöglichkeiten für die Festivalbesucher, werden auch Ideen für eine Bechersammelstelle und die Gestaltung der Tische und Aschenbecher erarbeitet. Im Raum nebenan haben es sich die Teilnehmer des Public-Art-Labors gemütlich gemacht. „Noch stehen wir ganz am Anfang, aber bei uns wird es darum gehen, Projekte für den öffentlichen Raum zu erarbeiten“, erzählt Laborleiterin Nadine Hirschauer. Für Studentin Luana Julia Carp (22) ist es die erste Berührung mit dem Poolbar-Festival. „Das Projekt hat mich sehr angesprochen, weil es interdisziplinär ist wir die Möglichkeit haben, uns mit anderen Studierenden zu vernetzten“, schwärmt die Wienerin, die in Bozen Kunst studiert.

Im Grafiklabor wird unter der Leitung von Michael Marte an der Außenwahrnehmung des Festivals gearbeitet.
Im Grafiklabor wird unter der Leitung von Michael Marte an der Außenwahrnehmung des Festivals gearbeitet.

Im Grafiklabor wird unter der langjährigen Leitung von Michael Marte an der Außenwahrnehmung des Festivals gearbeitet. „Was mich besonders reizt ist, dass auch ich jedes Jahr viel Neues dazulernen kann.“ Hochkonzentriert wird auch im Architekturlabor getüftelt, erste Modelle für den Außenbereich sind bereits fertiggestellt. Das Motto „Teilsein“ ist auch hier allgegenwärtig. „Letztes Jahr haben wir das Gelände im Freiluftbereich abgegrenzt. Im Architekturlabor versuchen wir heuer, mit diesen Grenzen zu spielen und diese aufzulösen, damit jeder ein Teil davon sein kann“, erklärt Victor Dölle, der das Architekturlabor seit fünf Jahren leitet. Architekturstudentin Ronja Keßler (21) aus Feldkirch freut sich, Teil des „Generators“ zu sein. „Ich selbst kenne das Festival gut, für mich war es aber spannend zu sehen, wie man ein Festival coronakonform gestalten kann. Außerdem schätze ich es, von den anderen Studierenden zu lernen.“

Hochkonzentriert wird auch im Architekturlabor gearbeitet.
Hochkonzentriert wird auch im Architekturlabor gearbeitet.

“Können kurzfristig reagieren”

Dass ein Festival auch unter geltenden Coronaregeln durchführbar ist, hat das Team im vergangenen Jahr bewiesen. Auch für dieses Jahr zeigt sich Poolbar-Chef Herwig Bauer zuversichtlich: “Wir glauben, dass wir einen schönen Poolbar-Sommer haben werden. Wie dieser aussieht, wissen wir zwar noch nicht, aber wir planen flexibel und können auf allfällige Vorschriften auch kurzfristig reagieren.” 

Gastvorträge im Live-Stream (Kunst und Philosophie): Dienstag und Mittwoch, 19 Uhr auf VOL.AT Präsentation der Generator-Ergebnisse: 2. April, 18 Uhr; auf VOL.AT

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