Hans Küng, Theologe, Kritiker, Kämpfer für Verständigung, ist tot

Kultur / 06.04.2021 • 22:21 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
„Mehr Jesus, weniger Papst“ war die Hauptforderung von Hans Küng. dpa
„Mehr Jesus, weniger Papst“ war die Hauptforderung von Hans Küng. dpa

Tübingen Unbeugsam war er und einer der wichtigsten Kämpfer für eine Verständigung zwischen den Religionen: Der katholische Theologe Hans Küng hat für eine moderne und zugleich ursprüngliche Kirche gekämpft. „Mehr Jesus – weniger Papst“ war eine seiner Hauptforderungen, mit der er für viele reformorientierte Katholiken zu einer Galionsfigur wurde und in Rom in Ungnade fiel. Am Dienstag starb Küng im Alter von 93 Jahren in Tübingen.

Egal, mit wie vielen theologischen Fragen sich Küng beschäftigt hat: Letztlich war der Kampf gegen die zentralistische römische Kirche sein Lebensthema. Die Kirche sei von einer Gemeinschaft der Gläubigen zu einer „geistlichen Diktatur“ geworden, schrieb er 2011 in seinem Buch „Ist die Kirche noch zu retten?“. Der biblische Jesus Christus habe die Päpste beim Ausbau ihrer Macht gestört und sei durch ein „selbstfabriziertes Kirchenrecht“ verdrängt worden. Probleme wie der Priestermangel, der Mitgliederschwund oder der Skandal um sexuellen Kindesmissbrauch durch katholische Geistliche – für Küng waren sie die Folge einer ausufernden päpstlichen Macht.

Veröffentlichungsverbot

Der gebürtige Schweizer ging mit 20 an die Päpstliche Universität in Rom, 1960 wurde er Professor in Tübingen. Ein Höhepunkt in seinem Leben war die Berufung zum Berater des Zweiten Vatikanischen Konzils. Unermüdlich hat Küng später an die dort gefassten reform­orientierten Beschlüsse erinnert und es beklagt, dass Papst Johannes Paul II. und Benedikt XVI. die Kirche wieder auf einen konservativen Kurs lenkten. In den 70er-Jahren zweifelte Küng immer vehementer die Unfehlbarkeit des päpstlichen Lehramts an. Mehrmals mahnte die römische Kurie ihn zur Ordnung, verbot schließlich die Veröffentlichung einiger Bücher. 1979 ließ Johannes Paul II. ihm die Lehrerlaubnis entziehen. Die Uni Tübingen schuf für ihn aber einen Lehrstuhl für ökumenische Theologie. Küng wurde zu einem der wichtigsten Vordenker der Verständigung zwischen Christen, Juden und Muslimen.

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