Rosi Spezial liefert mit „Rasamäher“ Denkanstöße

Kultur / 09.04.2021 • 15:56 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Rosi Spezial liefert mit „Rasamäher“ Denkanstöße
Band Rosi Spezial: „Wir passen uns an die Stimmung und den Ort an.“  NATALI GLISIC


Was 2016 als kleines musikalisches Projekt anfing, nimmt immer weiter Fahrt auf.

Feldkirch „Es haben sich schnell Songs und Kompositionen ergeben, die wir aufgenommen haben. Die Resonanz auf unsere Veröffentlichungen war unerwartet groß“, sagt Frontmann Michael Naphegyi (29). Die Band, bestehend aus den beiden Feldkichern Michael Blassnig (Bass) und Michael Naphegyi (Gesang, Schlagzeug, Posaune), dem Dornbirner Lukas Schiemer (Saxophon, Synthesizer) und dem Wiener Georg Wollmann (Gitarre) tourte bereits durch ganz Österreich und sorgte für die Erschaffung von experimentellen Klangflächen. Das erste Album „Alles Isch alles“ erschien vor zwei Jahren mit einem Stipendium des Landes Vorarlberg.

Vorarlberger Dialekt

Musikalisch bewegt sich die vierköpfige Band zwischen Popmusik und Freejazz, gepaart mit viel Mut zur Improvisation. „Es werden Genregrenzen aufgebrochen und mit einer großen Prise Experimentierfreudigkeit und einem Hang zur Selbstironie vermischt. Es treffen Gegenpole aufeinander.“ Der Vorarlberger Dialekt übernimmt eine tragende Rolle und wird in den Songtexten clever verpackt. „Das Potential wird nur wenig ausgeschöpft, es gibt viele Möglichkeiten, den Dialekt als sprachliches Element einzubringen und zu experimentieren. Wir stehen für Freiheit und Befreiung im Umgang mit Musik, Worten und Menschen.“

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Mit ihrer neuen Single „Rasamäher“, die soeben erschienen ist, wirft die Band gesellschaftskritische Fragen auf. „Das kontroverse Thema Rasenmähen bietet die ideale Fläche für breitangelegte Diskussionen. Wir möchten nicht mit dem Zeigefinger auf jemanden zeigen, sondern zum Nachdenken anregen.“ Zentral sind hierbei die Fragen, wer über Grund und Boden verfügt, wie wir mit Ruhezeiten umgehen und welchen Stellenwert Eigentum hat. „Jeder kann andere Sichtweisen aus dem Song heraushören. Es geht auch um den Tunnelblick, mit dem man unterwegs ist. Abweichungen von der Norm werden oftmals einseitig und intolerant betrachtet. Der Garten ist die Metapher dafür, dass alles einheitlich sein soll und man selber entscheidet, wie es auszuschauen hat.“

Die Bandmitglieder, die sich alle auch hauptberuflich der Musik widmen, legen viel Wert darauf, sich auf das Publikum einzustellen. „Jedes Konzert ist individuell und voller Improvisation. Wir passen uns an die Stimmung und den Ort an.“ Die nächsten Auftritte in Vorarlberg sind am 2. Juli im Antiquariat Chybulski in Feldkirch und am 3. Juli im Kulturbahnhof Andelsbuch geplant.  Miriam Sorko