„Planbar ist jeweils eine Woche“

Kultur / 13.04.2021 • 20:49 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Aufführungen von „Sprich nur ein Wort“, einem Stück zu Franz Michael Felder von Maximilian Lang, sind ausverkauft. LT/köhler
Die Aufführungen von „Sprich nur ein Wort“, einem Stück zu Franz Michael Felder von Maximilian Lang, sind ausverkauft. LT/köhler

Trotz ausverkaufter Felder-Aufführungen hat das Landestheater enorme Probleme.

Bregenz Eine Beschränkung auf 100 Zuschauer in einem Raum, der rund 500 fassen könnte, das stellt das Landestheater seit Wochen vor enorme Herausforderungen. „Sprich nur ein Wort“, das Stück des Vorarlberger Autors Maximilian Lang zum weithin bekannten Bregenzerwälder Schriftsteller und Sozialreformer Franz Michael Felder (1839-1869), findet viel Zuspruch. Zu viel angesichts der Auflagen in der Pandemie, denn die Aufführungen auf der großen Bühne am Bregenzer Kornmarkt sind allesamt ausverkauft. Nach der Premiere am vergangenen Wochenende nun noch mehr Termine anzusetzen, um der Nachfrage zu entsprechen, ist laut Intendantin Stephanie Gräve nicht möglich. Die Rollen sind auch mit Gastschauspielern besetzt und jede zusätzliche Aufführung erhöht die Kosten.

Angesichts der strikt reduzierten Zuschauerzahl und der damit verbundenen geringen Einnahmen spricht Gräve gar von einem „finanziellen Wahnsinn“. Als es ab Mitte März in der sogenannten „Modellregion“ Vorarlberg möglich wurde, die Bühnen unter strengen Auflagen für Besucher mit einem aktuellen negativen Corona-Test zu öffnen, war das Landestheater dennoch sofort dabei. Der große Zuspruch des Publikums war erfreulich: „Ich hätte nicht damit gerechnet, dass es so schnell geht“, bemerkt Gräve. „Nur einige Abonnenten lehnen das Testen ab und verständlicherweise gibt es auch Menschen, vor allem ältere, die sich noch nicht in geschlossene Räume trauen.“ Diese kann die Intendantin aber beruhigen. Erst vor knapp zwei Jahren wurde das Lüftungssystem am Kornmarkt erneuert. Gerade die guten Bedingungen könnten, so Gräve, eine höhere Besucherzahl möglich machen. Wenn im Laufe des Frühlings noch 250 Leute zugelassen werden, wäre das für das Landestheater schon eine enorme Erleichterung.

Bangen um „Modellregion“-Status

Vorläufig hofft man aber, dass der „Modellregion“-Status überhaupt bleibt. Konkret planbar sei im Grunde nur jeweils eine Woche. Mehr grünes Licht gibt es auch vonseiten der Landesregierung nicht. Ambitioniert wird für 29. April die Premiere einer Bühnenadaptierung des Romans „Schlafes Bruder“ von Robert Schneider angesetzt. Die Produktion „Alle meine Söhne“ von Arthur Miller hat man auf Halde, das Felder-Stück wird für eine Leinwandpräsentation aufgezeichnet und zumindest „Die Vögel“ von Aristophanes sollten noch vor dem Sommer auf den Spielplan kommen. Wenn man bis dahin wieder gut gefüllte Häuser haben will, müsste man in einigen Wochen schrittweise mehr Besucher zulassen, erklärt Stephanie Gräve. „Unter Berücksichtigung der Größe der Räume müsste das möglich sein.“

„Das Interesse des Publikums war sofort da, nur einige Abonnenten lehnen das Testen ab.“