“Manches klingt abgefahren”

Kultur / 16.04.2021 • 22:38 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Pamela Rosenkranz: „Es ist ja auch so, dass Kunst sozial erfahrbar wird.“ vn/steurer
Pamela Rosenkranz: „Es ist ja auch so, dass Kunst sozial erfahrbar wird.“ vn/steurer

Mikroben und die Macht der Kunst: Gespräch mit der Künstlerin Pamela Rosenkranz.

Bregenz Zusammenhänge in der Welt erfahrbar zu machen, ist durchaus eine Aufgabe der Kunst. Die Arbeiten der Schweizer Künstlerin Pamela Rosenkranz (geb. 1979) sind ein beredtes Beispiel einer Art Übersetzung biologischer, chemischer und evolutionärer Vorgänge, die auf unser Leben, Denken und Fühlen wirken. Nach der Eröffnung ihrer großen Ausstellung im Bregenzer Kunsthaus, über die in der Freitagausgabe der VN berichtet wurde, erläuterte sie einige ihrer grundsätzlichen Herangehensweisen im Gespräch mit den VN. Die Beschäftigung mit Mikroben, die wir zum Überleben brauchen oder die uns gefährlich werden können, reicht in ihrer Biografie weit zurück. „Manches klingt abgefahren“, bemerkt sie im Bezug auf die Verwendung von biologischem Material bei der Herstellung von Parfum oder von Stoffen, die Tiere anlocken oder fernhalten sollten. Im Grunde genommen – und das stellt auch die Ausstellung in den Fokus – führte die Beschäftigung mit konkreten, wissenschaftlichen Erkenntnissen zu einer Auseinandersetzung mit der eigenen Wahrnehmung und der Wahrnehmungsentwicklung. Auch die momentane Situation mit dem Virus konfrontiere uns ständig mit der Hinterfragung dessen, was wir gerade tun. „Wie können wir anderen Menschen begegnen, wenn wir dazu angehalten sind, Distanz zu wahren?“

Eine ganz pragmatische Frage wäre, warum Rosenkranz, die ihre Wahrnehmungshinterfragung mit Lichtobjekten, Nachahmungen von Naturbildern, Firmenlogos und evolutionär erklärbaren Idealformen betreibt, die Kunst als Ausdrucksmittel wählt. Weil Kunst auch sozial erfahrbar ist, meint sie. Auch wenn sie keinen Zweck erfüllen muss, bewirke sie über Bewusstmachung bereits den ersten Schritt zu etwaiger Veränderung.

„Wenn man sich etwas bewusst macht, findet neurologisch bereits eine Veränderung statt.“

Die Ausstellung „Holobiont“ im Magazin 4 läuft bis 20. Juni. vn/paulitsch
Die Ausstellung „Holobiont“ im Magazin 4 läuft bis 20. Juni. vn/paulitsch

Die Arbeiten von Pamela Rosenkranz sind m Kunsthaus Bregenz bis 4. Juli zu sehen, Di bis So, 10 bis 18 Uhr, Do bis 19 Uhr.