Jazz, Rap und Tanz mit Handicap

Kultur / 21.04.2021 • 18:32 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
David Helbock, Johannes Bär, Andreas Broger und die Rapperin, Slam-Poetin und Autorin Yasmin Hafedh boten eine mitreißende Performance. Erhard Sprenger
David Helbock, Johannes Bär, Andreas Broger und die Rapperin, Slam-Poetin und Autorin Yasmin Hafedh boten eine mitreißende Performance. Erhard Sprenger

Vielseitiges Abschlusskonzert des Wettbewerbs Musik Plus im Pförtnerhaus Feldkirch.

Feldkirch Mit einem künstlerisch starken Preisträgerkonzert im Pförtnerhaus Feldkirch ging der von den Vorarlberger Rotary Clubs Bludenz und Feldkirch veranstaltete Wettbewerb Musik Plus ins Finale. Ziel des erstmals ausgeschriebenen Musikpreises war es, die von der Krise getroffene Kulturszene zu unterstützen. Für viele Künstler aller Sparten bedeute die Krise Einnahmenverluste, die durch staatliche Hilfsprogramme nur eingeschränkt aufgefangen werden können. Die Preisträger erhielten nun die Gelegenheit, mit dem Publikum in Kontakt zu treten und ihre künstlerischen Projekte aufzuführen.

Ein erster Preis ging an den Jazz-Pianisten David Helbock, der gemeinsam mit Johannes Bär, Andreas Broger und der bekannten Rapperin, Slam-Poetin und Autorin Yasmin Hafedh eine mitreißende Performance realisierte. Helbock stellte darin drei seiner spannungsgeladenen Jazzkompositionen und  -improvisationen in Kontrast zu virtuos von Hafedh vorgetragenen Gedichten und Texten.

Tänzerin Silvia Salzmann deutete, trotz eines am Vormittag gebrochenen Fußes, mit Licht und Bewegung die Musik des Ensembles caminos nuevos mit Juan Carlos Díaz Bueno, Monica Tarcsay, Raphael Brunner und Stefan Greussing ausdrucksstark und elegant aus. Für ihre Weiterentwicklung des Tango nuevo von Astor Piazzolla erhielten sie ebenfalls einen ersten Preis.

Der Schauspielerin Renate Bauer wurde gemeinsam mit den Musikern Rosario Bonaccorso, Olivia Trummer und Herbert Walser-Breuss ein dritter Preis zuerkannt. Sie deuteten auf höchst professionellem Niveau Gedichte Rainer Maria Rilkes auf dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen Erfahrungen. „Du musst Dein Leben ändern“, forderte Bauer eindrücklich. Feinfühlige, jazzige Eigenkompositionen von Bonaccorso und Trummer verfehlten ihre Wirkung beim Publikum nicht.

Feinfühlige Interpretation

Sonderpreise erhielten zwei junge Ensembles. Das Projekt von Consuelo Sara García Moreno, Edilberto Fonseca Alfonso und Josef Söllinger kam aufgrund seiner technischen Komplexität und aus Zeitgründen nicht auf die Bühne. Zu erleben gab es aber den Auftritt der vier Cellisten Hannah Eberle, Baran Beigi, Juan Camilo Gómez und Leyre Barros, die mit mit ihrer feinfühligen Interpretation von Werken von Alexander Krein und Pablo Casals beeindruckten. Begleitet wurde das Ensemble von eindrücklichen zeichnerischen Interpretationen von Aseman Beigi.

Beim Wettbewerb wurden 24 Projekte eingereicht. Das Preisbudget beträgt insgesamt Euro 11.500.

Silvia Salzmann und das Ensemble caminos nuevos erhielten einen ersten Preis.
Silvia Salzmann und das Ensemble caminos nuevos erhielten einen ersten Preis.

Preisträger

1. PREISE David Helbock, Johannes Bär, Andreas Broger mit Rapperin und Slam-Poetin Yasmin Hafedh/

Ensemble caminos nuevos (Juan Carlos Díaz Bueno, Monica Tarcsay, Raphael Brunner, Stefan Greussing) mit Tänzerin Silvia Salzmann.

3. PREIS Renate Bauer, Rosario Bonaccorso, Olivia Trummer, Herbert Walser-Breuss.

SONDERPREISE Consuelo Sara García Moreno, Edilberto Fonseca Alfonso, Josef Söllinger/ Hannah Eberle, Baran Beigi, Juan Camilo Gómez, Leyre Barros, Aseman Beigi.