Christa Dietrich

Kommentar

Christa Dietrich

Die Qualität liegt im Detail

Kultur / 28.04.2021 • 20:50 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die Pandemie hat bereits viele Familien in Trauer versetzt, verursacht bei vielen Existenzängste und stresst mittlerweile jeden. Angesichts aktueller Ausgangs-, Besucher- und Reisebeschränkungen wirkt ein Festspielgefühl wie etwas, das noch ganz weit weg ist. Somit ist es verständlich, dass der Fokus noch auf der Frage liegt, ob die Bregenzer Festspiele so viele Besucher zulassen dürfen, dass das Unternehmen halbwegs wirtschaftlich geführt werden kann. Ein genauer Blick auf das umfangreiche Programm zum 75-Jahr-Jubiläum ist trotz der noch vorhandenen Unsicherheit angebracht, die Qualität liegt nämlich heuer im Besonderen im Detail.

Durch strukturelle Kompaktheit haben sich die Konzepte von Elisabeth Sobotka seit ihrem Start als Intendantin im Jahr 2015 ausgezeichnet. Einige nach der Absage im Sommer 2020 auf heuer verschobene Produktionen in ein stringentes Gesamtprogramm zu betten, ist bemerkenswert. Ein halbszenisches „Rheingold“, das die Komödiantik in Wagners Werk offenbart, die Fragen zu den digitalen Möglichkeiten, die die Oper „Upload“ aufwirft, die Ökonomieproblematik, die Bernhard Studlar in „Lohn der Nacht“ aufgreift – man feiert heuer (hoffentlich) 75 Jahre Festspielgeschichte und agiert dabei hochaktuell.

Christa Dietrich

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