“Wie eine Wiedergeburt”

Kultur / 28.04.2021 • 20:50 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Festspiel-Intendantin Elisabeth Sobotka und Präsident Hans-Peter Metzler gehen davon aus, dass nach der Absage im Jahr 2020 heuer alles gutgeht. BF/köhler
Festspiel-Intendantin Elisabeth Sobotka und Präsident Hans-Peter Metzler gehen davon aus, dass nach der Absage im Jahr 2020 heuer alles gutgeht. BF/köhler

Bregenzer Festspiele sind sehr optimistisch und bieten ein großes Jubiläumsprogramm.

Bregenz Rund 225.000 Tickets sind für die diesjährige Saison aufgelegt, 170.000 sind bereits gebucht und 110.000 fix verkauft. Fünf Opernproduktionen, davon zwei Uraufführungen, mehrere Schauspielproduktionen inklusive neuer Stücke, Konzerte mit Werken besonderen Zuschnitts und weitere Projekte stehen auf dem Programm. Im Normalfall wäre das der Auftakt in eine Jubiläumssaison, die schon im Vorfeld Glanz verströmt. Doch die Pandemie-bedingte Absage im Vorjahr sitzt noch in den Knochen und außerhalb von Vorarlberg sind Österreichs Bühnen noch drei Wochen absolut dicht.

Den falschen Zeitpunkt dürfte die Bregenzer Festspielleitung dennoch nicht gewählt haben, um vor Medienvertretern zu bekräftigen, dass man heuer definitiv das anbieten will, was man im vergangenen Herbst angekündigt hat, nämlich ein äußerst umfangreichreiches Programm. Der Clown aus der „Rigoletto“-Inszenierung auf der Bregenzer Seebühne schiebt hoffnungsfroh den Vorhang zur Seite und sein Urheber, der Bühnenbildner und Regisseur Philipp Stölzl, spricht im Hinblick auf die Festspieleröffnung am 21. Juli von einer „Wiedergeburt“, während Intendantin Elisabeth Sobotka bekundet, einem belebenden Festspielsommer entgegenzusehen.

75-Jahr-Jubiläum

Am 15. Mai des Vorjahres musste die Festspielleitung verkünden, dass jener Plan B wirksam wird, den Festspielpräsident Hans-Peter Metzler zuvor in einem Gespräch mit den VN als Verschiebung des Gesamtprogrammes um ein Jahr bezeichnete. Festtage mit Konzerten und einer kleinen Opernuraufführung gingen sich gerade noch aus, um Verdis „Rigoletto“ auf dem See und „Nero“ von Arrigo Boito im Haus hatte die Intendantin ein Programm zu konzipieren, das Neues enthält, die Kompaktheit aber nicht zerstört. Mit „Upload“ von Michel van der Aa als zweite Musiktheateruraufführung neben „Wind“ von Alexander Moosbrugger und der Uraufführung des Stückes „Lohn der Nacht“ von Bernhard Studlar, das in Kooperation mit dem Theater Kosmos realisiert wird, ist das gelungen. Zum 75-Jahr-Jubiläum die Mitwirkung der Wiener Symphoniker hervorzuheben, die mit ihrem Chefdirigenten Andrés Orozco-Estrada kommen und unter anderem Wagners „Rheingold“ im eigens geschnürten Festspielgepäck haben, erscheint konsequent wie eine Anbindung an die Region durch die stärkere Einbindung des Festspielchores.

Volle Tribünen möglich

3000 Besucher im Outdoor-Bereich will die Regierung ab 19. Mai zulassen. Dass angesichts der Impffortschritte und wirkender Präventionskonzepte bis Juli eine Steigerung drin ist, davon sind Präsident Metzler und der kaufmännische Direktor Michael Diem absolut überzeugt. Die volle Besetzung der 7000 Besucher fassende Seetribüne sei ebenso nicht ausgeschlossen wie die Reisefreiheit. Einen Plan B gibt es heuer nicht, auch das Publikum scheint dieser Meinung zu sein, denn erst gestern wurden weitere tausend Festspieltickets verkauft. VN-cd

„Was zum Künstlerischen kommt, ist ein neues Berufsfeld, das Präventionskonzept.“

Bregenzer Festspiele 2021

»Oper auf dem See Rigoletto
von Verdi

»Oper im Festspielhaus Nero
von Arrigo Boito

»Opernstudio Die Italienerin in Algier von Rossini

»Opernatelier Wind von
Alexander Moosbrugger

»Oper auf der Werkstattbühne Upload von Michel van der Aa

»Konzerte Wiener Symphoniker Die Schöpfung, Das Rheingold szenisch eingerichtet, 6. Symphonie von Bruckner; Symphonieorchester Vorarlberg (u. a. Orchesterwerk von Thomas Larcher); Bochabela String Orchestra Beethoven goes Africa; Franui Alles nicht wahr; Blasmusik-Camp Brass Eroica, Konzert im KUB

»Schauspiel Michael Kohlhaas nach Kleist (Kooperation mit dem Deutschen Theater Berlin; Lohn der Nacht von Bernhard Studlar (Kooperation mit dem Theater Kosmos)

»Weitere Programmpunkte Musik und Poesie, Silvia Costa-Projekt Ihr seid bereits eingeschifft mit dem Landestheater, Crossculture etc.

Die Festspiele beginnen am 21. Juli, bereits am 3. Mai, 18 Uhr, findet ein Einblick in die Opernproduktion “Wind” von Alexander Moosbrugger im Kunsthaus Bregenz statt.