Warum und wie die Dornbirner Ach beflaggt ist

Kultur / 20.07.2021 • 18:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Warum und wie die Dornbirner Ach beflaggt ist
34 besondere Fahnen wehen entlang der Dornbirner Ach. STIPLOVSEK

“No Border. No Nation”: Unternehmen CampusVäre realisiert Kunstaktion von Andrea Salzmann im öffentlichen Raum .

Dornbirn Oft sind es einfache Projekte, die komplexe Botschaften zu vermitteln vermögen. Wenn sie sich nicht aufdrängen, sondern auf Assoziationen abzielen, die die Betrachter hegen mögen oder nicht, hat das einen zusätzlichen Reiz. Ein solches Projekt hat die Vorarlberger Künstlerin Andrea Salzmann einmal für das Forum Alpbach realisiert. Für das Campus-V-Areal in Dornbirn, dessen Entwicklung als mit mehreren Institutionen vernetztes Kreativzentrum Bettina Steindl mit ihrem CampusVäre-Team kuratiert, wurde die Arbeit nun adaptiert.

Der Bevölkerung entsprechend

34 bunte Fahnen sind an beiden Uferseiten der Dornbirner Ach angebracht. Sie thematisieren einerseits Beflaggungsaktionen, die bei Festlichkeiten bzw. Festivals oder auch bei politischen Akten üblich sind, sie kontrastieren aber auch diese Traditionen. Damit geht eine Fragestellung einher, die Andrea Salzmann wichtig ist: “Was bedeutet solidarisches Handeln, wenn sich alle abschotten, während es unabdingbar ist, die Themen im größeren Kontext zu sehen.”

Auf den ersten Absatz der Menschenrechte, der besagt, dass wir alle frei und gleich an Rechten sind, bezieht sie ihre Arbeit mit Fahnen aus bemalten, regional hergestellten Stoffen, die mit keinem Land in Verbindung zu bringen sind, obwohl sie als Vorlage die Flaggen jener Länder wählte, die der Bevölkerung von Dornbirn entsprechen. Die Soundinstallation von Sebastian Meyer bildet ein zusätzliches ästhetisches Element, das von Flanierern per iPhone selbst aktiviert werden kann.

Andrea Salzmann löst mit ihrem Projekt die trennende Farbgebung von Nationalflaggen auf.
Andrea Salzmann löst mit ihrem Projekt die trennende Farbgebung von Nationalflaggen auf.

Zum Projekt “No Border. No Nation” zählen zudem zwei weitere Fahnenprojekte, die die Passanten ob ihres malerischen Aspekts ansprechen, bei näherer Beschäftigung mit der Thematik vielleicht auch zum Besuch der umfangreichen Ausstellung “Die letzten Europäer” im Jüdischen Museum Hohenems animieren, in der sich Aspekte vertiefen lassen.