Wie Franz Kafka auf den Bauzaun gekommen ist

Kultur / 29.07.2021 • 16:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wie Franz Kafka auf den Bauzaun gekommen ist
Den Bauzaun an der Bregenzer Bahnhofstraße zieren literarische Texte. kulturservice

“Hilfe kommt aus Bregenz” ist nicht nur ein Objekt im öffentlichen Raum, sondern die Ankündigung einer Literaturreihe.

Bregenz Wer die Veröffentlichungen von Autorinnen und Autoren in der Region über die Jahre verfolgte, der verbindet den Satz “Hilfe kommt aus Bregenz” nicht nur mit dem Schriftsteller Franz Kafka (1883-1924), sondern in erster Linie mit dem im Jahr 1992 erschienenen Erzählband “Am Marterpfahl der Irokesen” der Vorarlberger Schriftstellerin Ulrike Längle. Kafkas nicht zu begründende Tagebucheintragung aus dem Jahr 1916 inspirierte sie zu einer Liebesgeschichte. Die Hilfe tritt hier – höchst vergnüglich zu lesen – in der Person der Anna Dorn auf.

Bürgermeister Michael Ritsch und Kulturserviceleiterin Judith Reichart mit Leitern der neuen Literaturinitiative und dem Gestaltungsteam des Bauzauns.
Bürgermeister Michael Ritsch und Kulturserviceleiterin Judith Reichart mit Leitern der neuen Literaturinitiative und dem Gestaltungsteam des Bauzauns.

Was die Fakten betrifft, so kann man davon ausgehen, dass Kafka die Stadt Bregenz einmal auf einer Zugreise passiert hat. Alles Weitere ist der Fantasie geschuldet.

50 Autorinnen und Autoren

Die gern zitierte Bemerkung hat sich eine neue Literaturinitiative in Vorarlberg zu eigen gemacht. Unter der Leitung der Literaturvermittler, Autoren und Theaterschaffenden Katharina Leissing, Wolfgang Mörth und Hubert Dragaschnig wurde eine Lesereihe konzipiert. Nachdem die Pandemie den Start in diesem Jahr verhinderte, wird somit erst einmal durch die Beschriftung eines Bauzauns an einer Großbaustelle in der Bahnhofstraße in Bregenz darauf aufmerksam gemacht, dass ab April 2022 in der Landeshauptstadt noch mehr geboten wird, als die Vorstellung neuer Romane oder die bemerkenswerten Veranstaltungen des Felder-Archivs. Rund 50 Autorinnen und Autoren sollen auftreten, bevorzugt an Orten, die mittlerweile noch nicht oder nicht so oft für Kulturveranstaltungen genutzt wurden. Ähnlich verhält es sich mit dem Bauzaun. Die Gestaltung Künstlern anzuvertrauen, ist fast schon üblich. Wer ihn nun als Passant als Träger von Texten wahrnimmt, begegnet u. a. Hans Platzgumer, Benjamin Quaderer, Maya Rinderer, Verena Rossbacher, Monika Helfer und weiß, dass in Bregenz bald viel mehr Lesenswertes auf uns zukommt.