Vorarlberg feiert auf dem Szene Openair

Kultur / 30.07.2021 • 05:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Vorarlberg feiert auf dem Szene Openair
Nach der Coronapause eröffnet das Szene Openair den Festivalsommer. Alle Bilder: VN/Steurer

Sommer, Sonne und Livemusik: der Auftakt des Szene Openair war ein voller Erfolg.  

Vom Szene Openair berichten Susanne Bickel, Ramona Romer, Philipp Steurer, Matthias Rauch

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Schon morgens um 7 Uhr sind die ersten Festivalgäste vor Ort und machen es sich auf Campingstühlen vor den Toren des Szene Open Air in Lustenau gemütlich, um später die besten Zeltplätze zu ergattern. Offizielle Eröffnung gibt es dann zu Mittag, die Feierwütigen bauen schnell ihre Zelte auf und machen es sich bei bestem Wetter gemütlich. Die Stimmung könnte kaum ausgelassener sein, endlich wieder tanzen auf dem größten Festival in Österreich, das diesen Sommer stattfinden darf. Der Campingplatz ist rasch gefüllt, Freundschaften zwischen Zeltnachbarn entstehen, Getränke werden geteilt und Musik gehört.

Auf wen sie sich am meisten freuen, sind sich fast alle Festivalbesucher einig: Yung Hurn am Freitag und Raf Camora am Samstag gehören zu den Favoriten. Jeremias Morscher ist begeistert, dass das Festival stattfinden kann, er war enttäuscht als er von der Absage gelesen hat. „Als ich gehört habe, dass die Planungen wieder aufgenommen wurden, war ich richtig glücklich.“

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Viele Festivalbesucher genießen am Nachmittag noch die Sonnenstrahlen und machen es sich auf dem Gelände am Alten Rhein gemütlich. Zumindest wenn sie Wartezeiten in Kauf nehmen wollen. Der einzige Wehmutstropfen an dem Tag lässt sich nämlich schnell finden: aufgrund der intensiven 3G-Kontrollen bilden sich sehr lange Warteschlangen an den Eingängen zum Bühnenbereich und dem Badestrand.

Zur Eröffnung des Lustenauer Szene Openairs gibt es gleich eine ganz Ladung lokaler Künstler: die A-Capella-Band Fourtunes eröffnet den Nachmittag auf der Alten Rhein Bühne, gefolgt von der Rockband The Ivies. Anschließend kommt Enbikey nur mit einer Gitarre und seiner Stimme bewaffnet auf die Bühne. Der junge Vorarlberger namens Noah Küng machte dieses Jahr bei Starmania auf sich aufmerksam und konnte dort eine große Fangemeinde gewinnen. Anschließend wird es rockiger: die Mittelalterband Saltatio Mortis gibt mit Feuereinlagen Vollgas. Als schließlich noch „Schrei nach Liebe“ von den Ärzten gecovert wird, ist es um das Publikum geschehen und alle feiern enthusiastisch mit.

Auf der Szene Bühne wird zwischenzeitlich Lisa Pac gefeiert. Der Song „Boring“ läuft derzeit auf allen Radiosendern auf und ab und entpuppt sich als wahrer Ohrwurm. Die Wienerin hat Bühnenerfahrung, als sie einige Jahre in London lebte, lernte sie Pete Doherty kennen und trat als Vorband der Babyshambles auf. Für die 28-jährige ist es das erste Konzert seit 1,5 Jahren und die Freude darüber ist ihr spürbar anzumerken. „Es hat sich fast komisch angefühlt das erste Konzert nach so langer Zeit wieder zu spielen aber die Stimmung war unglaublich und die Crowd war richtig motiviert. Aber wir haben bis zum Ende gezittert, ob alles wirklich stattfinden kann.“ Lisa Pac war zwar noch nie auf dem Szene Openair, ist aber jährlich in Bregenz zu Besuch. Ihr Vater tritt mit den Wiener Symphonikern regelmäßig bei den Bregenzer Festspielen auf. Zukünftig will sie auch Lustenau in ihr Programm mit aufnehmen. Im September veröffentlicht sie ihre erste EP, die Songs darauf werden alle von ihrem Privatleben inspiriert.

Organisator des Openairs Hannes Hagen ist rundum zufrieden. „Es läuft alles wie es soll, es ist ein super Tag“, schwärmt er auf dem Weg zur Bühne, um sich die nächsten Acts anzusehen.

Höhepunkt und Abschluss des Abends ist der österreichische Künstler Parov Stelar. Mit seinem unverkennbaren Sound und der Kombination verschiedenen Musikstile hat er das Publikum vom ersten Moment an auf seiner Seite. Am ersten Tag kamen insgesamt 6500 Festivalbesucher an den Alten Rhein. Freitag und Samstag sollen es noch mehr werden, das Festival ist mittlerweile restlos ausverkauft.