Vorarlberger Filmemacher überzeugen bei der Alpinale

Kultur / 11.08.2021 • 22:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vorarlberger Filmemacher überzeugen bei der Alpinale
Bild aus “Defens Less”. Alpinale

Bludenz Einen Stop-Motion-Film zu drehen, stellt eine besondere Herausforderung dar. Für ihren Beitrag „Small World“ verwandelte die Harderin Lara Smith ihren Schreibtisch in ein Filmstudio und fertigte mehr als 800 Einzelfotografien an. Sie erschuf eine kleine Welt aus bemalten Styroporplatten, flauschigen Blumen und stellte eine Puppe als Hauptfigur in den Mittelpunkt. Die Musik hat die junge Filmemacherin selbst komponiert und eingespielt.

Szene aus "Wheels of Madness". <span class="copyright">Alpinale</span>
Szene aus "Wheels of Madness". Alpinale

Der Wolfurter Adam Graf, der in Berlin lebt, ist beim Alpinale-Filmfestival mit zwei Streifen vertreten. Sein Werk „Sharing my Screen“ flimmerte bereits über die Leinwand und löste großen Beifall aus. „Kurzfilme sind schnelllebig und bieten die Möglichkeit, rasch auf aktuelle Themen einzugehen. Als Filmemacher kann man spontan, kreativ und frei arbeiten“, sagt Adam Graf. Der 26-Jährige befasste sich mit der Corona-Pandemie und den Auswirkungen auf seine eigenen Emotionen und Wahrnehmungen. „Die Musikauswahl, den Dreh und den Schnitt übernahm ich selbst. Es war keine große finanzielle und strukturelle Planung notwendig. Ich konnte meine Gefühle direkt in einem Film verwandeln.“

Bild aus "Hush".<span class="copyright"> Alpinale</span>
Bild aus "Hush". Alpinale

Für nachdenkliche Momente sorgte Joshua Jádi, der sein Werk „Das Gegenteil von Ewigkeit“ dem Thema Abschied widmete. In 15 Minuten erzählte er von einer jungen Frau, die ihre Mutter beim langsamen Sterben eines Familienmitglieds begleitete. Die Regisseurin Stella Jarisch stellte sich in „Defense Less“ die Frage, wie Menschen mit Einsamkeit umgehen können. Bei der Umsetzung vermied das siebenköpfige Team hierarchische Rollenverteilungen, um die Spontaneität nicht zu verlieren. In rund 16 Minuten widmete sich Katharina Weigert dem deutschen Künstler Gert Gschwendtner, der durch eine Tannennadel infiziert wurde. Mit viel Gefühl gelang es ihr, die Zuseher mit „Nadel im Kopf“ zu unterhalten, ohne die Komplexität des Themas aus den Augen zu verlieren. Rosa Friedrich schickte ihren experimentellen Performancekurzfilm „Hush“ ins Rennen, an dem auch die Filmakademie-Studentin Selina Nenning aus Viktorsberg mitwirkte. Sie nahmen die Cineasten mit auf eine wilde Karussellfahrt. Wie berichtet, waren auch zwei Streifen der Dornbirnerin Hanna Mathis zu sehen. Mit „In Limbo“ und „Wheels of Madness“ überzeugte sie mit Tiefgang und Sensibilität. Miriam Sorko

Szene aus "Small World". <span class="copyright">Alpinale</span>
Szene aus "Small World". Alpinale

Streifen mit Vorarlbergbezug laufen am 12. August ab 18 Uhr. Das Filmfestival Alpinale in Bludenz läuft noch bis 14. August: alpinale.at

Szene aus "Nadel im Kopf". <span class="copyright">Alpinale</span>
Szene aus "Nadel im Kopf". Alpinale

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