Düsterer Western hat die Nase vorn

Kultur / 08.02.2022 • 19:28 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Der Western „The Power of the Dog“ hat bereits bei den Golden Globes drei Trophäen abgeräumt. NETFLIX
Der Western „The Power of the Dog“ hat bereits bei den Golden Globes drei Trophäen abgeräumt. NETFLIX

„The Power of the Dog“ geht mit zwölf Nominierungen als Favorit ins Oscar-Rennen.

Los Angeles Jane Campions Westerndrama „The Power of the Dog“ führt bei der Oscar-Verleihung das Feld der Nominierten an. Die Romanverfilmung brachte es auf zwölf Nominierungen, darunter für die prestigeträchtigen Sparten Bester Film, Beste Regie und Bester Hauptdarsteller. Leider nichts wird es mit Oscar-Ehren für Österreich. Sebastian Meises Drama „Große Freiheit“ schaffte es nicht unter die fünf für die Sparte „International Feature Film“ nominierten Werke. Leer ausgegangen ist auch das Wiener Filmemacherduo Benji und Jono Bergmann, das mit „Camp Confidental“ Chancen auf eine Nennung als Beste Kurzdokumentation hatte.

Das Spitzenfeld

Das Favoritenfeld für die Academy Awards ist relativ zugespitzt: Campions für Netflix produzierte Romanadaption „The Power of Dog“ über eine schwierige Familienbeziehung im Montana des Jahres 1925 wurde quasi in allen wesentlichen Sparten nominiert. Zudem gibt es mit Benedict Cumberbatch (Hauptdarsteller), Jesse Plemons und Kodi Smit-McPhee (jeweils Nebendarsteller) sowie Kristen Dunst (Nebendarstellerin) gleich vier Nominierungen in Schauspielkategorien. Seinem Ruf gerecht wurde auch das auf Frank Herberts Kultroman beruhende Sci-Fi-Spektakel „Dune“ von Regisseur Denis Villeneuve mit zehn Mal Gewinnchancen, allen voran in technischen Sparten wie Kamera, Filmschnitt, Produktionsdesign oder visuelle Effekte. Der deutsche Star-Komponist Hans Zimmer holte mit der Filmmusik für „Dune“ die zwölfte Oscar-Nominierung in seiner langen Hollywood-Karriere. Kenneth Branaghs Schwarz-Weiß-Drama „Belfast“ folgt nach „Dune“ mit sieben Nominierungen. Gleichauf findet sich Steven Spielbergs Neuinterpretation der „West Side Story“.

Überraschung

Neben Campion, Branagh und Spielberg ist mit Paul Thomas Anderson („Licorice Pizza“) ein Indie-Liebling unter den Regie-Anwärtern sowie eine Überraschung: Der Japaner Ryūsuke Hamaguchi war mit „Drive My Car“ im Vorfeld zwar hoch gehandelt worden, doch musste nicht zwingend damit gerechnet werden, dass es neben der Nennung für den Auslands-Oscar auch noch für Regie, Bester Film und eine Anwärterschaft auf das beste adaptierte Drehbuch reichen würde. Vier Gewinnchancen hat auch der Film „Don‘t Look Up“ von Adam McKay, der allerdings seinem Hauptdarstellerpaar Leonardo DiCaprio und Jennifer Lawrence kein Glück brachte. Insgesamt werden die wichtigsten Filmpreise der Welt in 23 Kategorien vergeben. Die Gala findet am 27. März im Dolby Theatre in Hollywood statt.

Nominierungen

Bester Film „Belfast“; „Coda“; „Don‘t Look Up“; „Drive My Car“; „Dune“; „King Richard“; „Licorice Pizza“; „Nightmare Alley“; „The Power of the Dog“; „West Side Story“

Beste Regie Kenneth Branagh für „Belfast“; Ryusuke Hamaguchi für „Drive My Car“; Paul Thomas Anderson für „Licorice Pizza“; Jane Campion für „The Power Of The Dog“; Steven Spielberg für „West Side Story“

Bester Darsteller Javier Bardem für „Being the Ricardos“; Benedict Cumberbatch für „The Power of the Dog“; Andrew Garfield für „tick, tick…BOOM!“; Will Smith für „King Richard“; Denzel Washington für „The Tragedy of Macbeth“

Beste Darstellerin Jessica Chastain für „The Eyes of Tammy Faye“ ;Olivia Colman für „The Lost Daughter“; Penélope Cruz für „Parallel Mothers“; Nicole Kidman für „Being the Ricardos“; Kristen Stewart für „Spencer“

Bester Nebendarsteller Ciarán Hinds für „Belfast“; Troy Kotsur für „Coda“; Jesse Plemons für „The Power of the Dog“; J.K. Simmons für „Being the Ricardos“; Kodi Smit-McPhee für „The Power of the Dog“

Beste Nebendarstellerin Jessie Buckley für „The Lost Daughter“; Ariana DeBose für „West Side Story“; Judi Dench für „Belfast“; Kirsten Dunst für „The Power of the Dog“; Aunjanue Ellis für „King Richard“

Bester Auslandsfilm „Drive My Car“ (Japan); „Flee“ (Dänemark); „The Hand of God“ (Italien); „Lunana: A Yak in the Classroom“ (Bhutan); „The Worst Person in the World“ (Norwegen)