Neuer Ausstellungsraum in Zug erschaffen

Kultur / 08.02.2022 • 20:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die erste Ausstellung im neuen Kunstraum ist dem Bildhauer Bruno Gironcoli gewidmet. <span class="copyright">G.Schneider</span>
Die erste Ausstellung im neuen Kunstraum ist dem Bildhauer Bruno Gironcoli gewidmet. G.Schneider

Im neuen Kunstraum Zug werden Exponate des österreichischen Bildhauers Bruno Gironcoli präsentiert.

Lech Schon vor 22 Jahren erstellten Katia und Gerold Schneider mit der „allmeinde commongrounds“ in Lech ein zukunftsweisendes Projekt. Das erklärte Ziel war es, Kunst, Architektur, Design und Theorie in Komplizenschaft zu bringen und zeitgenössische Fragestellung zur künftigen Gestaltung des „Commonground“ aus der Tradition der Allme(i)nde heraus im internationalen Kontext zu verhandeln. Eine wesentliche Rolle spielt dabei Kunst als Medium der Reflexion.

Nun hat das ambitionierte Architekten-Ehepaar Schneider mit dem Kunstraum Zug einen neuen Ausstellungsraum geschaffen. „Die Allmeinde war nie als reiner Ausstellungsraum gedacht, wurde aber in den letzten Jahren ausschließlich für diesen Zweck verwendet. Das hat alles andere verhindert. Wir wollten die Ausstellungen auslagern, dafür haben wir in Zug eine alte Traktorgarage, die später als Mitarbeiterhaus diente, als Ausstellungsraum ausgebaut,“ erklärt Gerold Schneider.

Dieser Raum befindet sich hinter dem ehemaligen „Zugerhorn“, das ebenfalls saniert wurde: „Das Gebäude steht eigenständig und ist von der Höhe und Belichtung her ideal“, führt der engagierte Kulturvermittler weiter aus. Es ist ein klassischer White Cube, mit nordseitigem Ausblick, vier Säulen und neun Quadraten, was sich auch im Logo widerspiegelt. Ein weiterer, wichtiger Aspekt für die Wahl des Gebäudes war das in unmittelbarer Nähe befindliche Walserhaus Walch: „Hier soll nächstes Jahr zusätzlich eine kleine Werkstatt entstehen. Damit wollen wir eine Infrastruktur schaffen, die zeitunabhängig für künstlerische Konzepte wie etwa ‚artist in residence‘ nutzbar ist. Konkret wollen wir diese Werkstatt im Sommer 2023 fertigstellen.“ Somit sollen nicht nur Ausstellungen ermöglicht werden, sondern auch Kunst produziert und vermittelt werden: „Beide Gebäude sind völlig unabhängig vom Almhof Schneider und den saisonalen Gegebenheiten.“ Die Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Sanaa in Wien sei hierbei sehr produktiv: „Raumplanerische Themen in Lech lassen sich dadurch in einem vernünftigen Aufwand betreiben.“

In der ersten Ausstellung im neuen Kunstraum werden Werke des österreichischen Bildhauers Bruno Gironcoli präsentiert. „Dieser Bildhauer ist noch viel zu wenig bekannt, obwohl er neben Franz West und Walter Pichler zu den Großen in dieser Generation gehört. Für seine ganz großen Werke habe ich leider keinen Platz, aber die ausgestellten Exponate nehmen immer noch eine beachtliche Größe ein“, erläutert Schneider.

Bruno Gironcoli (1936 – 2010) bekleidet eine der einflussreichsten Positionen der österreichischen Gegenwartskunst. Sein Werk ist ein eigenständiger, höchst persönlicher Kosmos, der eine Sonderstellung innerhalb des zeitgenössischen Kunstschaffens einnimmt. Alltagsgegenstände mutieren zu künstlerischen Versatzstücken, die Geburt, Elternschaft, Eros, Gewalt und Sexualität thematisieren und in Form einer privaten Mythologie zu Metaphern menschlicher Existenz werden lassen. Monika Bischof

Öffnungszeiten: Donnerstag, Freitag und Sonntag von 15 bis 18 Uhr oder nach Vereinbarung; Kunstraum Zug, Telefon: 0664 1520008; info@allmeinde.org; www.allmeinde.org