Tierisch Unernstes von Vater und Sohn

Kultur / 20.02.2022 • 15:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Tierisch Unernstes von Vater und Sohn
Der Schriftsteller Michael Köhlmeier mit seinem Sohn, dem bildenden Künstler Lorenz Helfer. VN/Paulitsch

Große Lockerheit ließ der Maler Lorenz Helfer für Texte seines Vaters Michael Köhlmeier walten.

Hohenems  Das Tier taucht im OEuvre des bildenden Künstlers Lorenz Helfer (geb. 1984) schon seit Langem auf. Eine Affinität zu Vierbeinern habe sich bei ihm entwickelt, es mache für ihn als Maler aber keinen Unterschied, ob ein Tier, ein Mensch oder ein Objekt zum Motiv wird, erklärt er im Gespräch über das gerade erschienene Buch “Dr. Melchiors lustige Tiere”, in dem humorvolle Reime seines Vaters Michael Köhlmeier (geb. 1949) mit seinen Pinselzeichnungen von jeweils auftretenden Tieren kombiniert wurden. “Sieh, hier das Walross, da der Spatz – wer von den beiden braucht mehr Platz?”, fragt dieser einmal und ergänzt: “Die Antwort fällt, wenn man vergleicht, bei knappem Wohnraum ziemlich leicht.”

Illustration von Lorenz Helfer.
Illustration von Lorenz Helfer.

Die Texte seien sozusagen zum Ausgleich, aufgrund des Wunsches nach etwas ganz Leichtem, in der Zeit entstanden, in der er am mit über 950 Seiten sehr umfangreichen Roman “Matou” geschrieben hat, der im letzten Sommer erschienen ist und viel Aufmerksamkeit auf sich zog. Darin lässt Köhlmeier einen Kater sprechen und verfolgt seine Fährte historisch und philosophisch versiert von der Französischen Revolution bis herauf in die Gegenwart.

Illustration von Lorenz Helfer.
Illustration von Lorenz Helfer.

“Dr. Melchiors lustige Tiere” hingegen waren ein Geschenk an den Sohn, auf das ein Verlag zugriff. Für den Sohn sind die Texte nichts Fremdes. Er erkannte den Humor des Vaters, den er im Grunde teilt, griff zum Pinsel und wurde zum umdenkenden Illustrator.

Illustration von Lorenz Helfer.
Illustration von Lorenz Helfer.

“Es ist eine völlig andere Herausforderung”, gibt er zu verstehen und macht spürbar, dass die Arbeit den Spaß am Lesen verlängerte. “Mir war in diesem Fall wichtig, dass das Tier ins Bild läuft, ich habe darauf geachtet, dass beim Durchblättern Spannung entsteht. Ein Buch ist ein ganz anderer Bildraum als jener, mit dem ich mich sonst beschäftige.” Freiheiten hat er sich allerdings gegönnt. “Wer weiß schon genau, wie ein Gnu aussieht?” Die Originale werden eventuell ausgestellt, und in Hard ist demnächst wieder der bildende Künstler Lorenz Helfer zu erleben.

„Für mich ist es ein lustiges Buch, das dem Humor meines Vaters entspricht.“

Lorenz Helfer, Illustrator, bildender Künstler

“Dr. Melchiors lustige Tiere” ist im Verlag Leykam erschienen. Ausstellung mit Arbeiten von Lorenz Helfer vom 3. März bis 2. April in der Galerie .Z in Hard.

Illustration von Lorenz Helfer.
Illustration von Lorenz Helfer.