Leidenschaft, Wahnsinn, Wut und Wucht

Kultur / 15.04.2022 • 17:18 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Leidenschaft, Wahnsinn, Wut und Wucht

Erstes Buch von Schauspielerin Stefanie Reinsperger.

Essay Sie hat einen kometengleichen Aufstieg hingelegt. Bereits mit ihrer ersten Rolle am Burgtheater machte Stefanie Reinsperger Furore, wechselte dennoch ans Volkstheater und von dort ans Berliner Ensemble, spielte 2017 und 2018 die Buhlschaft im Salzburger Festspiel-“Jedermann” und ist seit 2020 “Tatort”-Kommissarin. Dass sie nun ein Buch geschrieben hat, ist zweifach außergewöhnlich: Die Schauspielerin ist erst 34. Und sie ist “ganz schön wütend”. So hat Reinsperger ihr Buch auch benannt. Es geht um “Furor, Leidenschaft, Wahnsinn, Wut und Wucht”, die sie in ihr Spiel legt. Um Spielwut. Und um die Wut, die sie aufgrund von Erlebnissen in ihrem Alltag entwickelt hat. “Nichts von dem, was ich schreibe und erlebt habe, ist neu. All das passiert jeden Tag jemandem in dieser unserer Gesellschaft. Und das macht mich wütend! Und ich möchte mir das nicht mehr gefallen lassen. Wir werden uns das nicht mehr gefallen lassen!” Es geht um die Reaktionen der Menschen auf ihre körperliche Erscheinung. “Ich habe längst aufgehört zu zählen, wie oft ich in der U-Bahn schon von unbekannten Menschen – einfach nur im Vorbeigehen, einfach so – als ,fette Sau’ beschimpft wurde.” Es sei “doch immer wieder erstaunlich, dass ein weiblicher, kräftiger, starker Körper als Makel wahrgenommen wird und ein männlicher, dicker Körper als Zeichen von Manneskraft gilt”.

Es gibt auch die Erinnerungen an die Kindheit und an das Nachspielen der Lieblingsmärchen. In der Folge gibt es einige witzige Dialoge zwischen zwei Druckkochtöpfen, Auszucker nach einer Vorstellung, bei der ein wichtiges Video ausfällt, ein anderes Mal wegen des Kommentars eines Mannes über ihr Salzburger Kleid, Kommentare gegen Femizide, Vergewaltigungen und männliche Übergriffe aller Art.

“Ganz schön wütend”, Stefanie Reinsperger, Molden Verlag, 176 Seiten.

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