Roščić stellt neues Staatsopern-Programm vor und wird sich wieder bewerben

Kultur / 29.04.2022 • 22:56 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bogdan Roščić widmet die Saison 2022/23 Mahler. apa
Bogdan Roščić widmet die Saison 2022/23 Mahler. apa

Wien Direktor Bogdan Roščić widmet die Saison 2022/23 der Wiener Staatsoper dem großen Vorgänger Gustav Mahler, der sein Amt vor 125 Jahren antrat. Demnach sollen die meisten der insgesamt sieben Opernpremieren den einen oder anderen Bezug zu Mahler aufweisen. “Aber ich habe nicht vor, aus Mahlers Wirken ein Motto herauszuleiern”, so Roščić vor Journalisten. Es gehe nicht um den Rückgriff auf eine Ästhetik, sondern eine Inspiration aus dem Geist heraus, stets den kompromisslosen Weg in die Werke zu suchen. So ist gleich die erste Premiere am 29. September dezidiert Mahler gewidmet, wenn aus dessen Jugendwerk, der Kantate “Das klagende Lied”, und den “Kindertotenliedern” der Abend “Von der Liebe Tod” geformt wird, für den Regisseur Calixto Bieito verantwortlich zeichnen wird.

“Tschick” für die Jugend

Am 4. Dezember feiert Regiealtmeister Keith Warner sein Hausdebüt mit Wagners “Die Meistersinger von Nürnberg”, für das ein Ensemble um Michael Volle, Wolfgang Koch und Georg Zeppenfeld versammelt wird. Dann wird nach 50 Jahren die große “Salome”-Inszenierung von Boleslaw Barlog ersetzt, wenn am 2. Februar der Franzose Cyril Teste die Strauss-Oper neu deutet. Die Titelpartie wird Malin Byström übernehmen, der Roščić eine große Zukunft am Haus vorausraunte. Weiter geht es am 5. März mit “Le nozze di Figaro” als dem von Mahler während seiner Direktionszeit meistdirigierten Werk, mit dem die Da-Ponte-Trilogie von Barry Kosky am Haus fortgeführt wird. Fortgesetzt wird auch das Monteverdi-Projekt, erklingt doch am 2. April erstmals “Il ritorno d’Ulisse in Patria”. Den Premierenabschluss bildet Francis Poulencs “Dialogues des Carmélites”, die am 21. Mai 2023 von der jungen Salzburgerin Magdalena Fuchsberger gestaltet wird. Zu diesen Neuproduktionen kommt eine Jugendoper-Premiere, Ludger Vollmers Adaption des Herrndorf-Romanerfolgs “Tschick”.

Angesichts der laufenden Neuausschreibung seines Postens bekundete Roščić: “Ich werde mich wieder bewerben.”