Märchenhafter Idealismus und bitterböser Sarkasmus

Kultur / 06.05.2022 • 17:23 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Märchenhafter Idealismus und bitterböser Sarkasmus

Roman Unter dem Titel „RCE“ legt die in Zürich lebende Autorin Sibylle Berg den zweiten Band ihrer Romantrilogie vor. Entlang der sozialen Verwerfungen erzählt Berg, wie ein paar kreative Hacker den letzten Versuch unternehmen, die Welt zu retten. Den Plan verwirklichen sie, indem sie ein globales RCE-Netzwerk aufbauen, das ihnen erlaubt, beliebige Computer zu manipulieren.

Zwischen märchenhaftem Idealismus und bitterbösem Sarkasmus entwirft die Autorin eine technoide und rabenschwarze Szenerie. Vieles mag dabei futuristisch wirken, doch die Autorin beweist ein feines Gespür für wegweisende Szenarien, in denen unsere Gegenwart gut erkennbar bleibt. „RCE“ erzählt den Roman „GRM“ – wofür Berg den Schweizer Buchpreis erhalten hat – mit Verve weiter.

Die Welt präsentiert sich als libertäres Scheinparadies, in dem Ressourcen privatisiert sind, der Reichtum steuerbefreit ist, sich niemand um Ökologie kümmert und einfache Menschen Arbeit, Recht und Würde verlieren.

“RCE. #RemoteCodeExecution”, Sibylle Berg, KiWi, 698 Seiten.