„Bin es gewohnt, Ideen schnell zu entwickeln“

Kultur / 18.05.2022 • 19:44 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Szene aus dem Kurzdrama „Zement“ von Carolyn Amann, das im Theater Kosmos in Bregenz uraufgeführt wurde. kosmos, lerch
Szene aus dem Kurzdrama „Zement“ von Carolyn Amann, das im Theater Kosmos in Bregenz uraufgeführt wurde. kosmos, lerch

Carolyn Amann hat sich auf das Experiment eingelassen,
ein Opernlibretto in drei Tagen zu schaffen.

Bregenz, Wien Es klingt reichlich verrückt, könnte aber auch dazu führen, dass Menschen das Genre Oper für sich entdecken, die es bislang weitgehend negiert haben. Dass Oper mittlerweile vieles beinhalten kann und nicht heißen muss, dass neben der Spielfläche – versenkt oder nicht – ein Orchester musiziert und die Handelnden singen, ist weitgehend bekannt, dass Geschwindigkeit einer der Qualitätsfaktoren ist, dürfte neu sein. Auf diese setzt aber das Wiener Start-up Civic Opera Creations, das mehrere Künstlerinnen und Künstler engagiert hat, denen die Aufgabe zukommt, innerhalb von drei Tagen drei Werke zu schaffen und diese auch vor Publikum zur Aufführung zu bringen.

„Ich bin sehr gespannt, es wird eine Heidenarbeit, aber sicher auch sehr viel Spaß machen“, sagt Carolyn Amann. Die Vorarlberger Autorin ist im Librettistenteam. Mit dem von Carmen C. Kruse und Leonora Scheib geleiteten Unternehmen Civic Opera Creations ist Amann im Rahmen eines Workshops in Berührung gekommen. In Erinnerung an die guten Erfahrungen, die sie dort machte, nahm sie das Engagement an. Die Komponistinnen und Komponisten, mit denen sie zusammenarbeiten wird, kennt sie nicht, das würde vermutlich auch nicht viel bringen, denn wer mit wem in eines der drei Teams kommt, das wird am ersten Tag, das heißt, am Donnerstag, erst per Los bestimmt.

Starke Themen

Bekannt sind Amann die Themen, die zu fokussieren sind. Dazu zählen die gesellschaftliche Teilhabe, Zukunftshoffnungen und Nachhaltigkeit. Dazu wurden Interviews gemacht, deren Transkription den Künstlerinnen und Künstlern zum Start ausgehändigt werden. „Es wurde gewünscht, dass man sich nicht Konzepte vorbereitet, sondern offen in die Teams kommt und das werde ich auch so handhaben.“

Dass bis Samstagabend aufführbare Projekte zustande kommen, davon ist Carolyn Amann überzeugt. „Ich bin es gewohnt, Ideen schnell zu entwickeln.“ Die Live-Performances im Kulturhaus Brotfabrik, im Kunst Haus und im CAPE 10 in Wien sind auch digital zu verfolgen.

Carolyn Amann (geb. 1987) wurde mehrmals im Rahmen der Literaturstipendien des Landes Vorarlberg und des Bundes ausgezeichnet. Sie hat Kurzprosa in verschiedenen Anthologien und Literaturzeitschriften sowie in den Vorarlberger Nachrichten veröffentlicht. Als Regieassistentin war sie u. a. am Schauspielhaus Graz und bei den Bregenzer Festspielen tätig, das Bregenzer Theater Kosmos hat ihr Theaterstück „Zement“ uraufgeführt. Dabei hat sie Menschen, die sich über ihren Besitz definieren, ins Visier genommen. Die nun zu behandelnden Themen, nämlich gesellschaftliche Teilhabe und Nachhaltigkeit, sind ihr somit auch als Dramenautorin bereits geläufig.

Die Aufführungen finden an drei Orten in Wien am 21. Mai statt. www.cocreations.eu