Mechtilde Lichnowsky wird wiederentdeckt

Kultur / 27.05.2022 • 17:46 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Werkausgabe Die Wiederentdeckung von vergessenen Autorinnen der Zwischen- und Nachkriegszeit ist eines der erstaunlichsten und positivsten Phänomene des deutschsprachigen Buchmarkts der vergangenen Jahre. Nun hat der Zsolnay Verlag eine Werkausgabe von Mechtilde Lichnowsky (1879-1958) veröffentlicht. Die Wiederentdeckung lohne, versichert Eva Menasse in ihrem Vorwort, denn “Lichnowsky war zweifellos eine Stilistin hohen Ranges, und das ist das Erste und Wichtigste, was über Schriftsteller zu sagen ist”.

Lichnowsky hat 18 Bücher publiziert, Theaterstücke geschrieben und zahlreiche Zeitungsbeiträge veröffentlicht. Die Werkausgabe bietet rund der Hälfte des Gesamtwerks Platz. Eher beiläufig lernt man sie als Freundin von Rainer Maria Rilke und Karl Kraus kennen und erfährt, dass Max Reinhardt eines ihrer Stücke in Berlin zur Uraufführung brachte. Menasse: “Manche ihrer Bücher wirken heute von Thema und Form vielleicht seltsam und altmodisch, ihre Sprachgewalt und -sensibilität aber ist ein Hochgenuss.”

“Werke”, Mechtilde Lichnowsky, vier Bände, Zsolnay, 1872 Seiten.