Peter Herbert erhält den Vorarlberger Kompositionspreis

Kultur / 27.05.2022 • 09:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Bassist Peter Herbert bei einem Auftritt bei "Texte &amp; Töne" vor wenigen Monaten. <span class="copyright">JU</span>
Bassist Peter Herbert bei einem Auftritt bei "Texte & Töne" vor wenigen Monaten. JU

In der Erforschung und Erweiterung der Möglichkeiten seines Instruments treibe der Bassist Peter Herbert die zeitgenössische Musik voran, heißt es in der Jury-Begründung.

Bregenz, Wien Der Vorarlberger Kompositionspreis 2022 geht an den 1960 in Bludenz geborenen, in Wien lebenden Komponisten und Musiker Peter Herbert, der sich vor allem um Jazz und Jazz-verwandte Musik verdient gemacht hat. „Mit Peter Herbert zeichnen wir einen herausragenden Musiker aus, dessen Schaffen von Offenheit und geistiger Freiheit geprägt ist und der mit seinem vielseitigen beeindruckenden Oeuvre international Beachtung findet“, erklärt Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink. Der Festakt zur Verleihung des mit 10.000 Euro dotierten Preises findet am 3. Oktober im Landhaus statt.

Peter Herbert bei der Uraufführung von "Trans-Maghreb" im Rahmen der Bregenzer Festspiele 2014. <span class="copyright">VN</span>
Peter Herbert bei der Uraufführung von "Trans-Maghreb" im Rahmen der Bregenzer Festspiele 2014. VN

   Der Kompositionspreis des Landes Vorarlberg wird seit 2014 im Zwei-Jahres-Rhythmus vergeben. Peter Herbert ist nach Murat Üstun (2014), Michael Floredo (2016), Marcus Nigsch (2018) und Johanna Doderer, die sich als erste Komponistin 2020 über die Auszeichnung freuen durfte, der fünfte Preisträger in der noch jungen Geschichte dieser Auszeichnung.

Im Leben und in der Musik immer unterwegs

   Peter Herberts Leben ist geprägt vom Unterwegssein – auch musikalisch. Der Bassist und Komponist, der seit 2003 in Paris und Wien lebt, davor 14 Jahre in New York verbracht hat, bewegt sich gerne zwischen den Kulturen und verschiedenen Musikrichtungen – von Jazz über Klassik bis hin zu improvisierter und Neuer Musik. Er spielt Solokonzerte, ist gefragter „sideman“ in etlichen Jazz-Formationen und kann auf zahlreiche Auftritte und Aufnahmen in Europa, den USA, Japan, Australien, Nordafrika sowie dem Mittleren und Fernen Osten verweisen. Seine Kompositionen entstehen für verschiedene Orchester und Kammermusikensembles, wie das Symphonieorchester Vorarlberg, das Bregenzer ensemble plus oder das Janus Ensemble Wien. Aber auch Film- und Avantgarde-Theater-Musik sowie Multimediakompositionen gehören zum umfangreichen Repertoire. Im Rahmen der Bregenzer Festspiele wurde sein Musiktheater “Trans-Maghreb” nach der Novelle von Hans Platzgumer uraufgeführt, zudem arbeitete Peter Herbert vor Jahren auch mit dem Aktionstheater von Martin Gruber sowie dem Theater Kosmos zusammen.

Stilistische Vielfalt

   Auch die für die Zuerkennung des Kompositionspreises zuständige erweiterte Kunstkommission Musik anerkennt die stilistische Vielfalt im Werk, das Ausloten und Negieren von Genre-Grenzen. In der Erforschung und Erweiterung der Möglichkeiten seines Instruments Kontrabass in der Komposition treibe er die zeitgenössische Musik voran, heißt es in der Jury-Begründung. Zu den erklärten Zielen des Komponisten zählt das Schreiben von moderner Musik, die zugänglich für das Publikum ist und auch bei den ausübenden Musikerinnen und Musikern Spielfreude auslöst.

Peter Herbert vor Jahren in einer Produktion den Theaters Kosmos. <span class="copyright">VN</span>
Peter Herbert vor Jahren in einer Produktion den Theaters Kosmos. VN

Biografie Peter Herbert

  • geboren 1960 in Bludenz
  • Ausbildung: Konservatorium der Stadt Bregenz (1976 – 1979), Diplom an der Kunstuniversität für Musik (Jazz) in Graz (1981 – 1986), Studium und Diplom im Fach „Bass Jazz Performance“ am Berklee College of Music Boston (1987 – 1989)
  • künstlerische Arbeit im Bereich Jazz und Jazz-verwandte Musik, freischaffender Musiker (Konzerte, Aufnahmen in Europa, den USA, Japan, Australien Nordafrika und im Mittleren und Fernen Osten) und Komponist mit Werken für verschiedene Orchester und Kammermusikensembles, Realisierung eigener Projekte sowie Lehrtätigkeit, u.a. am Institut für Jazz und improvisierte Musik an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz
  • Auszeichnungen und Stipendien (Auswahl): 1. Preis bei Jugend musiziert (1979), Solopreis beim ersten österreichischen Jazzwettbewerb (1988), 1. Preis beim Musikfest in Orlando/Florida (1989), Achievement Award der Boston Jazz Society (1989), Förderpreis des Landes Vorarlberg (1993), diverse Auszeichnungen für die Musik zum Film «Dokumentation einer Unzweckmässigkeit» (1997), Internationaler Bodenseekulturpreis für Musik (1997), Hans-Koller-Preisträger («Musiker des Jahres» 2001) sowie diverse Stipendien
  • lebt und arbeitet in Wien