Zurück zum alten ­„Sportfreunde-Flair“

Kultur / 08.07.2022 • 19:50 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Kurz vor ihrem Auftritt standen die Sportfreunde Stiller VN-Chefredakteur Gerold Riedmann Rede und Antwort. VN und „Vorarlberg LIVE“ werden das Poolbar-Festival im Rahmen von mehreren Gastspielen weiter begleiten. <span class="copyright">VN/Serra</span>
Kurz vor ihrem Auftritt standen die Sportfreunde Stiller VN-Chefredakteur Gerold Riedmann Rede und Antwort. VN und „Vorarlberg LIVE“ werden das Poolbar-Festival im Rahmen von mehreren Gastspielen weiter begleiten. VN/Serra

Die Sportfreunde Stiller sprachen bei Vorarlberg LIVE über ihre Rückkehr auf die Bühne, neue Songs und das Älterwerden.

Feldkirch Die Sportfreunde Stiller ziehen die Massen an, auch nach über 25 Jahren. Mit neuen Songs im Gepäck bestritt die deutsche Indie-Rock-Band am Freitagabend den musikalischen Auftakt beim Poolbar-Festival. Sänger Peter Brugger, Bassist Rüdiger „Rüde“ Linhof und Schlagzeuger Florian „Flo“ Weber standen VN-Chefredakteur Gerold Riedmann in einer Sonderausgabe von Vorarlberg LIVE kurz vor ihrem Auftritt Rede und Antwort.

Gut gelaunt zum Interview: Florian „Flo“ Weber, Rüdiger „Rüde“ Linhof und  Peter Brugger. <span class="copyright">VN/Serra</span>
Gut gelaunt zum Interview: Florian „Flo“ Weber, Rüdiger „Rüde“ Linhof und  Peter Brugger. VN/Serra

Ihr habt eine längere Pause hinter euch. Wie hat sich alles wieder zusammengefügt?

Weber Wir haben gemerkt, dass es das jetzt nicht sein konnte, also haben wir uns wieder zusammengerauft. Eine Probe hat gereicht, um zu diesem „Sportfreunde-Flair“ zurückzukommen. Das hat so gut funktioniert, dass wir begonnen haben neue Lieder zu schreiben. Seit Mai spielen wir wieder live und es funktioniert tatsächlich noch. 

Ihr habt während der Pandemie eine „Sporti-Bubble“ gebildet. Wie war das für euch?

Linhof Wir durften uns berufsbedingt im Lockdown treffen. Das war herrlich in den Zeiten der Stille. Wir haben uns in einer alten Schmiede im Bayerischen Wald getroffen und brutal laut Musik gemacht. Das hat sich so befreiend angefühlt, es war ein tolles Privileg für uns.

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Wie ist der Song „I‘m Alright“ zu verstehen?

Brugger Es geht darum zu sagen, dass es ok ist, sich selbst ok zu finden, auch wenn einem die Zweifel heimsuchen. Man soll sich selber mögen und eine gute Zeit haben, auch wenn es draußen schwierig ist.

Das Poolbar-Festival wurde am Donnerstag mit einem Soft-Opening eröffnet.
Das Poolbar-Festival wurde am Donnerstag mit einem Soft-Opening eröffnet.

Im Album „Jeder nur ein X“ werden auch Depressionen thematisiert. Warum?

Weber Wir haben aus einem Buch erfahren, dass ein Freund von uns an Depressionen litt. Ich habe ihm daraufhin vier tröstende Zeilen geschickt. Auch diesen Zeilen entstand dann der Text zum Lied „Wächter“, das davon handelt, dass man Menschen in schwierigen Phasen so lange begleitet, bis sie wieder auf ihren eigenen Beinen stehen können. Wir wollen auch darauf hinweisen, dass man durchaus Hilfe verlangen kann.

Welche Verbindung habt ihr zu Vorarlberg? Ihr seid vor vielen Jahren schon einmal beim Poolbar-Festival aufgetreten.

Brugger Das war glaube ich 2003. Ich finde es super, dass wir immer noch am Start sind. Nach Vorarlberg sind wir immer sehr oft und gerne gereist. Es ist so nah und irgendwie trotzdem eine eigene Welt. Wir wurden in Vorarlberg immer sehr herzlich empfangen, unter anderem auch im Conrad Sohm. Einmal haben wir auch in Feldkirch in einer kleinen Bar unter einer Treppe gespielt (lacht).

Ihr seid immer noch da. Wird man irgendwann zum Berufsjugendlichen? Was ändert sich mit der Zeit?

Brugger Der Körper zwickt und zwackt an manchen Stellen, an anderen Stellen ist er stärker denn je. Ich finde es toll, älter zu werden. Es ist ein Privileg, dass es uns als Band noch gibt und wir uns einen Neustart geschenkt haben. Wer weiß, was die nächsten 20 Jahre bringen.

Gibt es einen Song, den ihr inzwischen am liebsten aus eurem Programm nehmen würdet?

Brugger Nein. Ich bin total froh, dass wir Lieder wie „Kompliment“ haben und sich die Leute einfach so wahnsinnig freuen, wenn wir den ersten Ton anstimmen. Das reißt einem selber total mit.

Euer neues Album soll im September erscheinen. Gibt es davor noch eine Auskopplung? 

Brugger Auf jeden Fall. Unsere nächste Single „Scheiß auf schlechte Zeiten“ erscheint noch im Juli. Es geht darum, von den ganzen Geschehnissen in der Welt abzuschalten, zu feiern und das Leben zu genießen.

Wie geht es weiter mit den Sportfreunden Stiller?

Weber Wir spielen im Sommer noch auf einigen tollen Festivals. Im September geht‘s dann auf Tour. Wir planen aber auch schon das nächste Jahr. Es bleibt weiterhin spannend. Wir freuen uns riesig, dass wir wieder unterwegs sind.

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