Wohlfühlmusik für „Dahoam“

Kultur / 31.07.2022 • 18:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Matthias Honeck spielte beim Sommerkonzert im Palast in Hohenems. JU
Matthias Honeck spielte beim Sommerkonzert im Palast in Hohenems. JU

Hohenems Ausgesprochen angenehm zu hören war auch in diesem zehnten Jubiläumsjahr für zahlreiche Stammgäste das Programm des Sommerkonzertes im Rittersaal des Palastes. Matthias Honeck, Stimmführer der Zweiten Geigen bei den Wiener Symphonikern, hatte diese Eigenveranstaltung mit Unterstützung der Grafenfamilie Waldburg-Zeil und der Stadt Hohenems damals aus dem Boden gestampft und gab den einzelnen Abenden Jahr für Jahr mit seinen bei den Festspielen tätigen Symphoniker-Kollegen vom Honeck-Quartett ein neues Gesicht.

Leichte Kost

Diesmal wurde das Programm mit sommerlich leichter Kost für das Motto „Dahoam“ mit Wohlfühlmusik wie zum Hausgebrauch bestückt, dabei die traditionelle Quartettbesetzung auf sechs Musiker erweitert. Sie alle nutzten begeistert die Möglichkeit, einmal kammermusikalisch aus dem großen Orchester-Tutti auszubrechen und in kleinen Besetzungen vom Duo bis zum Quintett spezielle Verantwortung zu übernehmen. Bei der großen Spannweite und Vielfalt des Repertoires wurde auch jeder der Musiker auf besondere Weise in die Pflicht genommen.

So bekleideten die drei Geiger wechselweise die Führungsposition im Ensemble, Stefan Pöchhacker etwa in einem Duo von Pleyel gemeinsam mit dem Bratschisten Martin Edelmann, Nikolay Orininsky in einem Streichtrio von Haydn mit dem Cellisten Michael Günther. Dem Ensemble-Chef Matthias Honeck aber blieb es vorbehalten, die beiden beliebten Glanzpunkte dieses Abends anzuführen und glänzend zu prägen. Beim „Frühling“ und „Sommer“ aus Vivaldis „Jahreszeiten“ brillierte er stehend als Solist von wunderbar musikantischer Ausstrahlung, in erfrischender Jugendlichkeit, mit silbrigem Ton und atemberaubender Virtuosität eine herausragende Leistung.

Miniorchester

In Mozarts Serenade „Eine kleine Nachtmusik“ fügte sich Honeck als Primarius in eine Streichquintett-Besetzung, der er freilich mit seiner Führungsposition auch die notwendigen persönlichen Konturen und Effekte vermittelte, die ein so viel gespieltes Stück beim Zuhören erst wieder interessant machen. Der satte, dabei transparente Klang dieses Miniorchesters, seine Ausgewogenheit und Klangkultur, der Martin Kabas am Kontrabass noch das entsprechende Fundament vermittelte, verrieten die gemeinsame Herkunft der Musiker aus ihrem Wiener Stammorchester. Ein würdiges, vom Publikum begeistert aufgenommenes Jubiläum, durchaus dazu angetan, Vorfreude auf Weiteres in dieser sommerlichen Konzertreihe zu wecken. JU