Von Freundschaft, Liebe und Menschlichkeit

Kultur / 07.09.2022 • 16:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
"Der kleine Prinz" lud im Theater am Saumarkt Groß und Klein zum Träumen ein. Tine Edel
"Der kleine Prinz" lud im Theater am Saumarkt Groß und Klein zum Träumen ein. Tine Edel

“Luaga & Losna” eröffnete im Theater am Saumarkt mit dem kleinen Prinzen.

Feldkirch Mit dem Festival Luaga & Losna wird Feldkirch auch in diesem Jahr wieder zum Mittelpunkt des Theaters für junge Menschen. Zur Eröffnung betrat „Der kleine Prinz“ die Bühne im Theater am Saumarkt und lud Groß und Klein zum Träumen ein.

Ein Erzähler berichtet zunächst, wie er als sechsjähriges Kind seine erste Zeichnung vollendet hatte. Diese sollte eine Riesenschlange darstellen, die einen Elefanten verdaut. Die Erwachsenen erkennen jedoch nur einen Hut und empfehlen dem Kind mit dem Zeichnen aufzuhören. Dieses passt sich an, fühlt sich jedoch allein und unverstanden. Die berühmte Geschichte von Antoine de Saint-Exupéry wurde als Erzähltheater mit Figurenspiel und Pop-up-Animation vom Theater Fabula und dem Figurentheater St. Gallen zu neuem Leben erweckt, was Kinder wie Erwachsene gleichermaßen faszinierte.

Mitten in der Wüste trifft eine gestrandete Pilotin auf einen kleinen Jungen, der behauptet von einem anderen Planeten zu kommen. Dieser kleine Prinz fragt beharrlich danach, was Liebe ist. Mit jedem Tag lernen sich die beiden mehr kennen, wobei die Pilotin immer mehr über die Lebensumstände des kleinen Prinzen erfährt. Neben vielen anderen Begegnungen trifft der kleine Prinz schließlich den Fuchs, der ihm das Geheimnis einer einmaligen Bindung zwischen zwei Wesen erklärt: „Man kennt nur die Dinge, die man zähmt“ und: „Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.“ Dann verrät er dem Prinzen sein Geheimnis: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Die Rose, die Schlange und der Fuchs werden mit den Stimmen von Eliane Blumer und Frauke Jacobi lebendig, sehr beeindruckend und sehr humorig. Die Fassung von Katja Langenbach regt Klein und Groß zum Mitdenken an. Mit einfachsten Mitteln werden Töne und Klänge erzeugt, sehr ergreifend in unserer technisierten Welt.

Es berührt auch, wie der kleine Prinz lehrt, die Dinge über die Oberfläche hinaus zu betrachten. Insbesondere in einer von Konsum beherrschten Welt erinnert er die Menschen daran, was wirklich zählt: Freundschaft, Liebe und Menschlichkeit.

Die Botschaft ist wohl für immer aktuell, nämlich einen kindlichen Blick auf die Welt zu bewahren. Die Fragen, die dabei aufkommen, kann man sich nicht oft genug stellen, ob als Kind, Teenager oder Erwachsener: Wie schließt man Freundschaft, wie fühlt sich Liebe an und was macht das Leben sinnvoll? Und was bleibt von einem Menschen zurück, wenn er geht? Der kleine Prinz ist eine Geschichte über die Kraft der Gedanken, über Abschied und Sehnsucht. Sie zeigt auf anrührende Weise: Jeder Mensch lebt in seiner eigenen Welt und wenn wir einander verstehen wollen, müssen wir die Welten der anderen kennenlernen.

Bis heute wurde das Buch weltweit in 505 verschiedene Sprachen und Dialekte übersetzt und ist damit nach der Bibel sowie dem Koran das in die meisten Sprachen und Dialekte übersetzte literarische Werk.

Yasmin Ritter

Luaga & Losna in Feldkirch läuft noch bis zum 10. September. Programm und Infos unter: www.luagalosna.at