Ein bezaubernder Kampf um Wasser

Kultur / 08.09.2022 • 19:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
„Abama B’Amazi/Die Kinder von Amazi“ wurde im Ramschwagsaal in Nenzing gezeigt.HUBERT AMIEL
„Abama B’Amazi/Die Kinder von Amazi“ wurde im Ramschwagsaal in Nenzing gezeigt.HUBERT AMIEL

Theaterfestival „Luaga & Losna“ überraschte mit grandiosem Kindertheater aus Afrika.

NENZING Das Theaterfestival „Luaga & Losna“ hat auch am Mittwochabend wieder Spektakuläres für Kinder und Erwachsene geboten. „Abama B’Amazi/Die Kinder von Amazi“ ging im Ramschwagsaal in Nenzing über die Bühne.

Schon der Beginn überraschte. Es gab keinen Einlass, die Zuschauer wurden am Haupteingang abgeholt, einmal rund um das Gebäude geführt und schließlich zum  Bühneneingang geführt. Auf der etwas schmalen Hinterbühne wurden sie von einem der Schauspieler auf den Boden platziert, was vor allem den Kleinen gefiel. Der Schauspieler unterhielt sich mit dem Publikum vor einer großen Wassertonne, aus der kein Wasser mehr kam. Anschließend durfte jeder einzelne Zuschauer durch die Wassertonne hindurch und über die Vorderbühne in den Zuschauerraum.

Das Ensemble IshyoArts Centre aus Ruanda und das Théatre du Papyrus aus Belgien gehen in dem Stück auf die Suche nach Wasser. Alle Seen sind ausgetrocknet und die Flüsse fließen nicht mehr. Aber warum hat das Wasser die Felder und das Land verlassen? Die Bäume tragen keine Früchte mehr und die Felder kein Getreide. Der kleinste Funke würde die ganze Erde in Brand stecken und alles zerstören. Wie kann dieses Land wieder die Harmonie finden, die es vorher kannte. Mit Gesang, Trommeln, Akrobatik wurde die Rolle des Wassers erkundet, die Ursachen und Folgen des Wassermangels erforscht sowie die Frage nach dessen Überwindung gestellt.

Interaktives Theater

Großes Staunen kam bei den jungen Theaterfans beim Regenmacher auf. Dieser erzeugte durch Reiben der Griffe eines Metallgefäßes Töne und durch Vibration spritzte Wasser aus dem Kessel. Hinterher durfte jedes Kind (und auch die Erwachsenen) das „Regenmachen“ selbst ausprobieren. Möglich wurde diese besondere Aufführung durch eine Kooperation mit dem Zürcher Theater Spektakel, bei dem das Ensemble derzeit gastiert.

Die Schauspieler, die durch Afrika und Europa touren, sprechen verschiedene afrikanische und europäische Sprachen. Da jeder Darsteller aus einem anderen afrikanischen Land kommt, dauerten die Proben auch „eine sehr lange Zeit“. Daraus entstanden ist eine bezaubernde Vorstellung für
Groß und Klein. Ein kleines Mädchen war nach der Aufführung begeistert: „Ich hab alles verstanden, obwohl ich kein Englisch kann“. YAS

Das Ensemble geht in dem Stück auf die Suche nach Wasser.
Das Ensemble geht in dem Stück auf die Suche nach Wasser.