Sabine Meyer und Reiner Wehle bezauberten das Publikum

Kultur / 07.10.2022 • 08:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Armida-Quartett spielte gemeinsam mit Sabine Meyer und Reiner Wehle bei der Schubertiade.
Das Armida-Quartett spielte gemeinsam mit Sabine Meyer und Reiner Wehle bei der Schubertiade.

Armida-Quartett mit Werken von Mozart und Schubert.

Hohenems Das Armida-Quartett wurde gerade mit einem Opus Klassik für Teil IV seiner Gesamtaufnahme der Mozart-Streichquartette geehrt. Umso gespannter war man auf den Konzertabend in Hohenems, der mit Mozarts d-Moll-Quartett, KV 421, eröffnet wurde. Von Anfang an wurde sehr beredt, klangschön und durchdacht in jedem Detail musiziert. Doch auf die Dauer irritierte dieses Moment des stets Kontrollierten und zu wenig Lebendigen, auch Mozarts Schalk blieb auf der Strecke. So wurde etwa das heitere Trio des Menuetts, das er in den Wehenpausen bei der Geburt seines ersten Sohnes komponierte, sehr langsam geradezu zelebriert und verlor seinen Witz als Kontrast zur Düsterkeit des Übrigen. Es wurde einfach zu viel „gemacht“ und zu wenig gespielt. Vielleicht lag es daran, dass der Part der Stamm-Bratschistin Teresa Schwamm-Biskamp vom an sich exzellenten Roland Glassl übernommen wurde – das wahre Mozart-Glück wollte sich nicht einstellen. Schuberts g-Moll-Quartett, D 173, ein etwas melodramatisches Jugendwerk mit oft schroffen Wendungen, geriet sehr zupackend. Hier gefiel besonders der zweite Satz mit seiner liedhaften Melodie, wenn auch die Interpretation insgesamt etwas undifferenziert ausfiel, da fast nur im forte gespielt wurde.

Weltberühmte Klarinettisten

Ein ganz anderer Eindruck entstand nach der Pause, als die fabelhafte Sabine Meyer und ihr Mann Reiner Wehle dazukamen. Als funkelndes Juwel erwies sich der übermütige, sehr lebendig musizierte Quintettsatz für Klarinette, Bassetthorn und Streichtrio, KV 580b, mit seinen Kontrasten zwischen den halsbrecherischen Läufen bei Klarinette und erster Geige, nun von Johanna Staemmler gespielt, und den tiefen Klängen von Viola, Cello und Bassetthorn, das manchmal fast wie ein Saxofon klang. Die Spielfreude setzte sich auch beim legendären Klarinettenquintett fort, vom verhaltenen Beginn bis zum Kehraus des letzten Satzes. Berührend schön geriet das Larghetto mit der wundersamen Melodie der Klarinette, die über dem Weltgeschehen zu schweben schien, im Wechselspiel mit der ersten Geige, nun wieder von Martin Funda innig intoniert. Und Sabine Meyer bestrickte nicht nur mit ihrer farbigen, warmen Tongebung, sondern zeigte mit kleinen lustigen Gesten in den Spielpausen, dass sie auch Humor hat.  

Ulrike Längle

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