Zwei Verliebte, viele Hindernisse

Kultur / 27.10.2022 • 17:38 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In den Hauptrollen sind Luke MacFarlane und Billy Eichner zu sehen. ap
In den Hauptrollen sind Luke MacFarlane und Billy Eichner zu sehen. ap

Mit “Bros” bringt Hollywood die erste schwule Kino-Romcom auf die Leinwand.

Komödie Eine Liebeskomödie um zwei verknallte Männer kommt ins Kino. Ist das 2022 noch ein Aha-Erlebnis? Zumindest wird „Bros“ mit Billy Eichner (44) und Luke MacFarlane (42) in den Hauptrollen als „erste Romcom eines großen Studios über eine schwule Beziehung“ (Zitat: Universal Pictures) vermarktet. Die „Bros“-Story ist süß, auch wenn sie in Sachen Coming-out-Probleme, Dating-Apps, Sexualpraktiken und Details aus der queeren Geschichte stellenweise recht voraussetzungsreich bei ihren Gags ist.

LGBTQ+-Museum

Der leicht verbitterte Podcaster und verkopfte Autor Bobby (Eichner), der auch an der Planung eines LGBTQ+-Museums beteiligt ist, hat sich in seinem großstädtischen Single-Leben eingerichtet. Eines Tages lernt er den scheinbar oberflächlichen Cross-Fit-Kerl und Anwalt Aaron (MacFarlane) in einem Club kennen. Die zwei Männer stolpern langsam in Richtung Big Love – oder zumindest zum längerfristigen Daten. Das bleibt nicht ohne Hin und Her und kleine Verletzungen, könnte aber darin enden, dass einer für den anderen vor großem Publikum ein Liebesgeständnis singt. So kennt man das ja aus Romcoms.

„Bros“ wird mit recht großem Budget beworben. Dann heißt es in der Werbung zum Beispiel, in dem Film trete das „Who‘s who der queeren Schauspieler*innen Hollywoods“ auf. Die Besetzung besteht fast ausschließlich aus Mitgliedern der queeren Community, wie auch Hauptdarsteller Billy Eichner es feiert, der das Drehbuch mitschrieb und als kreativer Kopf hinter dem Film gilt. „Nachdem queere Schauspieler Jahrzehnte damit verbracht haben, heterosexuellen Schauspielern dabei zuzusehen, wie sie sowohl künstlerisch als auch beruflich Kapital schlagen, indem sie LGBTQ+-Charaktere spielen, ist ein lang gehegter Traum mit dieser Besetzung wahr geworden“, sagt Eichner. Er hoffe, so Eichner, dass „Bros“ nur die erste vieler Gelegenheiten sei, in der offene LGBTQ-Ensembles zeigen könnten, dass sie mehr als den verrückten Kumpel oder schwulen besten Freund eines Hetero-Filmstars darstellen können. LGBTQ steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans- sowie queere Menschen.

Trotz vieler guter Kritiken startete der Film in den US-Kinos recht schwach. Statt erwarteter 8 bis 10 Millionen Dollar spielte er in den Staaten am ersten Wochenende (30.9. bis 2.10.) in mehr als 3300 Sälen nur etwa 5 Millionen ein. Nicht zuletzt wegen der neuen Lust am Zuhausebleiben infolge von Corona erleben die Kinos Publikumsschwund.

Bros

Regie Nicholas Stoller

Darsteller Billy Eichner, Luke Macfarlane, Ts Madison, Monica Raymund, Guillermo Día

Start 27. Oktober

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