Futschers Jugend-Zeitreise

Kultur / 28.10.2022 • 17:33 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Futschers Jugend-Zeitreise

Der Autor blickt mit Wehmut auf seine Jugendzeit zurück.

Roman In „Statt einer Mütze trug ich eine Wolke“ begibt sich der in Wien lebende Vorarlberger Christian Futscher auf eine Zeitreise zurück in eine vor Lebensgier überschnappende Jugend. Es ist eine „kleine, lustige Gruppe“, mit der sich das 54 Jahre alte Ich, von allen „Schnuffi“ genannt, seine Jugendzeit vertreibt. Bürgerliche Lebensziele, Erfolg und alles Angepasste in der im Argen liegenden Welt gilt es zu verachten. Langhaarige sind die besseren Menschen. Zu den gemeinsam durchlebten Geldproblemen, Abstürzen, Exzessen und Verliebtheiten gesellen sich allerlei Verrücktheiten wie das Anbinden einer Puppe auf einem Gipfelkreuz, das selbst erfundene Spiel Bananen-Überfahren und Auftritte mit der rotzigen Band, schräge Mitfahrgelegenheiten, sexuelle Erfahrungen und unvergessliche Reisen, aber auch Unsicherheiten, unerfüllte Erwartungen und Reibereien mit Autoritäten, zu denen ein eher gespanntes Verhältnis besteht.

Wo sind sie geblieben?

Doch plötzlich ist das Ich im Jahr 2014 angekommen und fragt sich: Wo sind eigentlich alle hin? „Sie sind Leichen oder Langeweiler“, erkennt der Erzähler auf einer Autofahrt, die ihn sowohl vor als auch zurück führt.

Futscher blickt in dem sprunghaft erzählten Roman mit einiger Wehmut auf die Zeit der ersten Liebe, großen Träume und vor allem auf seine damaligen Freunde zurück. Er erkundet mit seinem melancholischen Blick einmal mehr die Absurditäten des Lebens. Die humorvollen Geschichten sind halb erlebt und halb erfunden.

Statt einer Mütze trug ich eine Wolke, Christian Futscher Czernin Verlag, 176 Seiten, 20 Euro

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