An der Schnittstelle von Mathematik und Kunst

Kultur / 07.11.2022 • 20:04 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die Werke „Landmark 1 und 2“ sind nicht nur künstlerisch wertvoll, durch die Möglicheit der Stapelung kann man sich jeden Tag eine neue Skulptur errichten.Höller
Die Werke „Landmark 1 und 2“ sind nicht nur künstlerisch wertvoll, durch die Möglicheit der Stapelung kann man sich jeden Tag eine neue Skulptur errichten.Höller

Bregenz Die Bregenzer Galerie ARThouse hat gegenüber anderen Kunsthallen einen großen Vorteil: ihre Lage. Täglich passieren zigtausende Kraftfahrzeuge das einsichtige Schaufenster, stehen teils an der Ampel an der Kreuzung von der Römer- in die Montfortstraße auf der Bremse und können ihren Blick nach rechts wenden, um in der Rotphase Kunst zu konsumieren. Auch Fußgängern sei ein Halt an eben dieser Stelle beziehungsweise das Betreten der Räumlichkeiten ans Herz gelegt, denn Galerist Herbert Alber hat wieder mal ein gutes Händchen in der Künstlerwahl bewiesen.

Schwerkraft

Barbara Höller, Jahrgang 1959, aus Wien ist nicht nur Künstlerin, sie ist auch eine Frau der Wissenschaft, genauer gesagt der Mathematik, und zeigt derzeit in der Landeshauptstadt unter anderem Werke aus den Bildfolgen „Flow Down“ und „Trail“. Hierfür nutzt sie das Gesetz der Schwerkraft, um mit dünnen Linien eine reduzierte Raumstruktur auf Polyestergewebe zu schaffen. Das sieht nicht nur aus der Ferne gut aus, aus kurzer Distanz werden unzählige spannende Details ersichtlich. Das ist vom künstlerischen Gedanken sowie in der Ausführung ziemlich raffiniert.

Allein die eher skulpturalen Werke „Landmark 1 und 2“ sind von solcher gedanklicher Tiefe, in welche sich Ernő Rubik, der Erfinder des Zauberwürfels, niemals wagen würde. Da soll nochmals jemand behaupten, dass sich Mathematik und Humor nicht auch dort treffen können, wo Kunst ihre besten Momente hat. VN-HF

Die Ausstellung „Das Lot und die Winkel“ ist noch bis 12. November in der Galerie ARThouse, Römerstraße 11 in Bregenz, zu sehen. http://arthouse.at/

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