Drei Tage Jazz am Spielboden

Kultur / 09.11.2022 • 21:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Zum 15-jährigen Bestehen gibt es von Donnerstag bis Samstag ein dreitägiges Festival am Spielboden Dornbirn.    <span class="copyright">spielboden</span>
Zum 15-jährigen Bestehen gibt es von Donnerstag bis Samstag ein dreitägiges Festival am Spielboden Dornbirn. spielboden

Peter Madsen und das Collective of Improvising Artists feiern ihr 15-Jahr-Jubiläum.

Vor mehr als 15 Jahren hatte der amerikanische Pianist, Komponist und Pädagoge Peter Madsen die Idee, verschiedene Vorarlberger Musiker zusammenzubringen, die Interesse an den vielfältigen Formen der improvisierten Musik haben. Im folgenden Jahr wurde durch die Unterstützung von Alfred Vogel, David Helbock und Herbert Walser das Collective of Improvising Artists, kurz CIA, geboren. Das 15-jährige Bestehen wird an einem dreitägigen Festival am Spielboden Dornbirn zelebriert.

Das CIA besteht nun seit 15 Jahren, was waren die Highlights?
Seit unseren bescheidenen Anfängen habe ich fast jedes Jahr ein neues CIA-Ensemble gegründet. Ich komponiere und arrangiere die gesamte Musik für die Gruppen und fast jede Gruppe hat eine CD oder ein Video ihrer Musik aufgenommen. Übrigens komponiere und arrangiere ich nicht nur die ganze Musik, sondern spiele in jeder Gruppe mit.

Pete Madsen ist einer der gefragtesten Jazzmusiker.    <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Pete Madsen ist einer der gefragtesten Jazzmusiker. Klaus Hartinger

Worauf dürfen sich die Besucher beim Jubiläumsfestival am Spielboden freuen?
Neun der insgesamt elf Formationen des Kollektivs werden während des Festivals auftreten. Die gesamte Musik wurde eigens von mir komponiert und arrangiert.  Am Donnerstagabend improvisiert das „Silent Movie Ensemble“ zum Stummfilmklassiker „Metropolis“, anschließend zu einem erotischen Film aus den 1920er-Jahren.  Am Freitag spielt ab 18.30 Uhr das „Brazil Ensemble“ großartige Musik aus Brasilien, um 20.15 Uhr folgt das „Butterfly Trio“, bevor das „Alice in Wonderland Quartet” und „Seven Sins Ensemble“ loslegen. Den Startschuss am Samstag macht das „Billy Strayhorn Duo“, gefolgt vom „I Ching Duo“ und dem „Spanish Tinge Ensemble“. Zum Abschluss des Festivals wird ein Gitarrenensemble aus dem wilden und wunderbaren „Sun Ra“ arrangierte Musik spielen.

Sie habe mit fast allen großen Namen der Jazzmusik gespielt und gehören selbst zu den Stars der Szene. Welche Musiker haben Sie am meisten beeinflusst?
Meine ersten großen Einflüsse war McCoy Tyner, der mit John Coltrane und dem Oscar Peterson Trio spielte. Die erste großartige Livegruppe, die ich hörte, war die Count Basie Big Band. Unglaublich! Ich sammle LPs und CDs und habe Tausende von erstaunlichen Aufnahmen, die mich im Laufe der Jahre beeinflusst haben.

Madsen hat so gut wie mit allen Vorarlberger Jazzmusikern bereits gespielt, hier im Bild mit Oliver Rath.
Madsen hat so gut wie mit allen Vorarlberger Jazzmusikern bereits gespielt, hier im Bild mit Oliver Rath.

Sie leben in New York und in Lauterach?
Das stimmt. Als der großartige Vorarlberger Bassist und Komponist Peter Herbert mich vor 30 Jahren einlud, mit seinem Projekt „Kunstlos Glücklich“ aufzutreten, verliebte ich mich in Vorarlberg. Und als ich mich auf einer meiner Österreich-Tourneen in eine Österreicherin verliebte, zogen wir vor 22 Jahren ins Ländle. Wir sind inzwischen geschieden, haben aber zwei wunderschöne Kinder zusammen.

Fühlen Sie sich nach all den Jahren ein bisschen wie ein Vorarlberger?
Ich genieße den Kontrast zwischen New York und Vorarlberg. Ich brauche die wilde, unglaubliche Energie von NYC, aber auch die erstaunlich ruhige Atmosphäre Vorarlbergs mit seiner atemberaubenden Natur. Das Beste aus beiden Welten! Da ich schon so lange hier lebe, fühle ich mich als Vorarlberger. Aber ich verstehe den Dialekt immer noch nicht, es tut mir wirklich leid, ich muss mich bei Euch allen entschuldigen!

Das Gespräch führte Andreas Marte

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