Susanne Tägder gewinnt den Harder Literaturpreis

Kultur / 15.11.2022 • 18:13 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Susanne Tägder ist die Preisträgerin des Harder Literaturpreises 2022. SARAH MEIER
Susanne Tägder ist die Preisträgerin des Harder Literaturpreises 2022. SARAH MEIER

Martin Peichl und Joachim Off erhalten die beiden Förderpreise.

Hard Der Harder Literaturpreis wird heuer zu seinem 40-Jahr-Jubiläum zum 15. Mal vergeben. Seit 1982 wird er in regelmäßigen Abständen ausgeschrieben und für unveröffentlichte deutschsprachige literarische Texte vergeben – bis vor zehn Jahren in dreijährigen Abständen, seit 2012 alle zwei Jahre.

Im anonymen Verfahren ermittelte die sechsköpfige Jury die Siegertexte aus 141 höchst unterschiedlichen Einsendungen. Der Hauptpreis in diesem Jahr geht an die deutsche, nahe Zürich lebende Autorin Susanne Tägder. Die Preisträgerin arbeitete nach ihrem Jus-Studium in Deutschland und den USA als Anwältin und Richterin und wohnte viele Jahre im Silicon Valley. Ihr Text “Postkarten” verfügt über eine lebendige und kurze, aber sehr expressive Sprache. Die Leser werden von ungewöhnlichen Kommunikationswegen – nicht nur, aber vor allem – zwischen der knapp 40-jährigen Mutter und ihrer Teenager-Tochter mit starken Bildern und spielerischen Wendungen überrascht.

Martin Peichl aus Wien und Joachim Off aus Gerlingen bei Stuttgart erhalten die beiden Förderpreise. Als nach der Entscheidung die Anonymität aufgelöst und die Namen der Autoren vorgelesen wurden, staunte die Jury nicht schlecht: Nach 2020 hatten sie erneut einen Text von Joachim Off für einen Förderpreis ausgewählt. Sein Text „Ron bleibt im Regal“ ist zunächst etwas verwirrend, spiegelt er doch den Zustand des dementen Protagonisten wider, aber nach Auflösung des Rätsels berührt er authentisch, ohne zu belehren oder zu erklären.

“Die friedlichste in der Natur vorkommende Umverteilung” ist eine Geschichte von Martin Peichl, die den Leser auf eine Reise des Ich-Erzählers mitnimmt, der sich plötzlich mit einer Füchsin konfrontiert sieht.

Am Freitag, 9. Dezember 2022 um 19 Uhr findet in der Kammgarn Hard die Preisverleihung statt. Auf dem Programm stehen Lesungen der Hauptpreisträgerin sowie der Förderpreisträger, das Duo “Brothers and Borders” begleitet den Festakt musikalisch und für das leibliche Wohl wird ebenfalls gesorgt. Der Eintritt dazu ist wie immer frei.

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