Auch beim zehnten Mal ein Ereignis

Kultur / 28.11.2022 • 20:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Ensemble der Wiener Streichersolisten mit Matthias Honeck in der Soloposition. <span class="copyright"> Fritz Jurmann (3)</span>
Das Ensemble der Wiener Streichersolisten mit Matthias Honeck in der Soloposition. Fritz Jurmann (3)

Die Wiener Streichersolisten unter Matthias Honeck beim Schwarzenberger Advent.

SCHWARZENBERG Es war wie ein großes Aufatmen in der Gemeinde, als in den letzten Wochen klar wurde, dass das beliebte Adventkonzert der Wiener Streichersolisten heuer endlich wieder durchgeführt werden konnte. Zwei bereits fertig vorgeplante, ausverkaufte Abende waren 2020 und 2021 wegen angeordneter Lockdowns kurzfristig abgesagt worden. Nach insgesamt drei Jahren Pause herrschte somit traditionell am ersten Advent zur Dämmerstunde beim Publikum aus der weiteren Region im ausverkauften Angelika-Kauffmann-Saal wieder besonders gespannte Erwartungshaltung auf dieses auch gesellschaftlich bedeutsame Klassik-Event.

Konzertmeister, künstlerischer Leiter und Solist in einem ist der in Vorarlberg geborene Geiger Matthias Honeck.
Konzertmeister, künstlerischer Leiter und Solist in einem ist der in Vorarlberg geborene Geiger Matthias Honeck.

Es sind genau zehn Jahre her, dass diese auf Jahrzehnte zurückreichenden jährlichen Adventkonzerte durch die rührige Kulturinitiative der Gemeinde wiedererweckt wurden, zuvorderst mit Ulli Metzler als Seele des Ganzen für Marketing und Verkauf, ihren Gatten Hans sowie Jakob Greber und Klaus Lang. Ein kleines Jubiläum also, bei dem sich rasch wieder die besondere, feierliche Stimmung vor dem Fest breitmacht, bevor noch ein Ton an Weihnachtlichem erklungen ist. Konzertantes von Mendelssohn und Mozart im ersten, ein populärer Reigen aus Opern und Operetten von Rossini, Donizetti und Strauß im zweiten Teil werden als im besten Sinn klassische „Schmankerln“ zwei Stunden lang zu besonderen Kostbarkeiten für die Zuhörer. Gerade, weil sie von diesem elfköpfigen Streicherensemble aus Mitgliedern der Wiener Philharmoniker und Symphoniker mit besonderer Hingabe und großem Können dargeboten werden, eingebettet in die typische Wiener Klangkultur, in der diese Bearbeitungen für die duftige kammermusikalische Besetzung auch besonders gut klingen.  

Die beiden Solisten Matthias Honeck, Violine, und Sebastian Führlinger, Viola, in Mozarts „Sinfonia concertante“.
Die beiden Solisten Matthias Honeck, Violine, und Sebastian Führlinger, Viola, in Mozarts „Sinfonia concertante“.

Dieses Markenzeichen besitzt auch Gültigkeit, obwohl mit Matthias Honeck seit einigen Jahren ein junger, gestandener Vorarlberger als Konzertmeister und künstlerischer Leiter das Sagen hat. Als Spross einer Altacher Familie mit dem internationalen Dirigenten Manfred als Oberhaupt hat er es mittlerweile zum Stimmführer der zweiten Geigen bei den Symphonikern gebracht, vielleicht ein Sprungbrett zu höheren Ehren. Auch diesmal spielt Matthias mit großer Überlegenheit und Ruhe seine Führungsposition am ersten Pult aus, erreicht so fein differenzierte, ausgefeilte Werkdeutungen von größter Präzision. Seine solistischen Qualitäten als fabelhafter Geiger präsentiert er in einem Spezialarrangement von Mozarts melodiöser Sinfonia concertante Es-Dur in angeregter Zwiesprache mit dem Bratschenkollegen Sebastian Führlinger. Das berückende Violinsolo mit der Méditation aus der Oper „Thais“ von Massenet als Ohrwurm ist dann der emotionale Höhepunkt des zweiten Teils. Spätestens hier gibt es kein Halten mehr für das Publikum, die Begeisterung nimmt überhand bis zu den drei Zugaben, die nun auch der Zeit vor dem Fest Raum geben. Und Corona ist längst in weite Ferne gerückt.

FRITZ JURMANN      

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