Über das prometheische Gefälle

Kultur / 28.11.2022 • 19:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Philosophin, Publizistin und Dozentin Lisz Hirn und Konrad Paul Liessmann diskutieren über die Thesen von Günther Anders.<span class="copyright">Inge Prader</span>
Die Philosophin, Publizistin und Dozentin Lisz Hirn und Konrad Paul Liessmann diskutieren über die Thesen von Günther Anders.Inge Prader

Lisz Hirn diskutiert mit Konrad Paul Liessmann die Thesen von Günther Anders.

Bregenz Günther Anders (1902 – 1992) war überzeugter Pazifist, Philosoph und Schriftsteller. Von den Nazis aus Deutschland in die USA vertrieben, protestierte er gegen den Einsatz der Atombombe und kämpfte nach dem 2. Weltkrieg wieder zurück in Europa gegen den Vietnamkrieg. Er war einer der Mit-Initiatoren der Anti-Atom-Bewegung und kritisierte die Folgen der Technologie, da er befürchtete, dass der Mensch angesichts des technischen Fortschrittes zu einer antiquierten Spezies werden könnte. „Apokalypseblindheit“ nannte er die Unfähigkeit, sich die Folgen komplexer und für den Einzelnen undurchschaubarer Technologien auszumalen. In seinem Buch „Die Antiquiertheit des Menschen“ thematisierte der Philosoph erstmals Tendenzen in der atomaren Bedrohung sowie in der Leistungsfähigkeit von Maschinen, die womöglich die Existenz des Menschen aufs Spiel setzen.

Diesem Thema widmen sich am 4. Dezember Konrad Paul Liessmann und Lisz Hirn im Theater Kosmos und diskutieren über die Verlockungen, die in dem Gedanken liegen, den Menschen durch Technik nicht nur zu verbessern, sondern überhaupt abzulösen.

Die Philosophin, Publizistin und Dozentin Lisz Hirn studierte Geisteswissenschaften und Gesang in Graz, Paris, Wien und Kathmandu und ist in der Jugend- und Erwachsenenbildung tätig. Als freiberufliche Künstlerin beteiligt sie sich regelmäßig an internationalen Kunstprojekten und Ausstellungen. Die Schwerpunkte ihrer Arbeit liegen in der philosophischen Anthropologie, der politischen Philosophie, der interkulturellen Ethik und der philosophischen Praxis. Seit 2014 lehrt sie philosophische Praxis an der Universität Wien.

Konrad Paul Liessmann ist der wohl bekannteste Philosoph Österreichs.   <span class="copyright">Florian Lechner</span>
Konrad Paul Liessmann ist der wohl bekannteste Philosoph Österreichs. Florian Lechner

Geboren 1953 in Villach, studierte Liessmann Germanistik, Geschichte und Philosophie in Wien, wo er 1979 promovierte und sich 1989 habilitierte. In Vorarlberg ist er besonders als wissenschaftlicher Leiter des Philosophicums Lechs bekannt, das er gemeinsam mit Michael Köhlmeier zu einer international anerkannten Kulturveranstaltung aufgebaut hat. Für sein langjähriges Engagement und seine Verdienste um Kultur und Wissenschaft wurde er vom Land Vorarlberg mit dem Montfortorden in Gold ausgezeichnet.

Konrad Paul Liessmann und Lisz Hirn

Ohne uns? Günther Anders und die technologische Versuchung

Theater Kosmos

4. Dezember, 19 Uhr

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