„Das wird richtig cool!“

Kultur / 29.11.2022 • 18:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Johannes Bär, ehemaliger „Holstuonar“,  komponierte die jazzige „Nikolausmesse“. <span class="copyright">Wolfgang Dietrich</span>
Johannes Bär, ehemaliger „Holstuonar“, komponierte die jazzige „Nikolausmesse“. Wolfgang Dietrich

Die neue Jazzmesse des vielseitigen Musikers Johannes Bär wird uraufgeführt.

WOLFURT Die Kunst geht oft seltsame Wege und erbringt dabei außergewöhnliche Ergebnisse. So kam es durch Zufall auch zur Zusammenarbeit zweier so gegensätzlicher Persönlichkeiten wie Johannes Bär, dem Wälder Multiinstrumentalisten und ehemaligen „Holstuonar“, und dem Frastanzer Guntram Fischer, langjähriger Richter am Landesgericht Feldkirch, der seit 50 Jahren im Kirchenchor Wolfurt singt und diesen seit 25 Jahren auch leitet. Das gemeinsame Bemühen gipfelt nun in der von Bär komponierten „Nikolausmesse“, die mit vier Solisten, Kirchenchor, Bläserensemble und Orgel zum Patrozinium dort unter Guntram Fischer uraufgeführt wird.

Der Auftrag des Dirigenten erreichte den Komponisten 2020, das Werk ist also wie so vieles ein Kind der Coronazeit. Ein erster Probentag mit Gastsängern aus Göfis und Frastanz endete damit, dass danach die Hälfte der SängerInnen Covid positiv war und damit das Ende der Pandemie abgewartet werden musste. Für Johannes aber auch eine bewegte Zeit im Wandel: „Ich hinterfragte mich selbst zunächst, wie ich persönlich zum Glauben und zur Kirche stehe und war dann sicher: Ich wollte im deutschen Liturgietext des Mess-Ordinariums eine ‚klassische‘ geistliche Chormesse schaffen, diese aber auch mit Volksmusik, Jazzelementen und dem lydischen Modus der alten Kirchentonarten anreichern, den man auch im Jazz gern verwendet.“

Vorfreude auf das Konzert

Nun ist Jazz in der Kirche noch immer nicht jedermanns Sache, und es war auch hier viel Toleranz notwendig, um dabei eine allseits befriedigende Lösung zu erreichen. Guntram Fischer hat das geahnt und ließ sich deshalb den Kompositionsauftrag und die Finanzierung dieses Projekts auch zuvor von seinem Vorstand absegnen, obwohl damit wichtige Rücklagen des 154 Jahre alten Traditionsvereins draufgingen. Und er sollte damit recht behalten: „Die Reaktionen der Chormitglieder bei Beginn der Probenarbeiten waren, vorsichtig gesagt, nicht so euphorisch und reichten von `Noch einmal so ein Schmarren und du siehst mich nie wieder` bis zu `Bleib ja dran, das wird richtig cool‘.”

Und das tat Fischer denn auch mit dem ihm eigenen Durchsetzungsvermögen und ist schon vor der Aufführung voll des Lobes: „Insgesamt gebührt allen Mitgliedern großer Respekt, dass sie sich als Laien, als gestandene Kirchenchorsänger mit viel Eifer diesen Herausforderungen stellen, mit denen es ihnen Johannes nicht leichtgemacht hat. Die Begeisterung für diese für mich großartige Musik wächst allseits, ebenso die Vorfreude auf die letzten Proben und die Uraufführung mit den Bläsern der Familienmusik Bär und dem Organisten Achim Huwe.“

FRITZ JURMANN

4. Dezember, 10.00 Uhr, Pfarrkirche Wolfurt: Uraufführung der „Nikolausmesse“ von Johannes Bär, Leitung Guntram Fischer

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