Marbod Fritsch gestaltet Denkmal in Weingarten

Kultur / 29.11.2022 • 16:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Ein golden beschichteter Aluminium-Schriftzug mit Zeilen aus dem Weingartener Vertrag von 1525, angebracht an einer Häuserfassade.<span class="copyright">Marbod Fritsch</span>
Ein golden beschichteter Aluminium-Schriftzug mit Zeilen aus dem Weingartener Vertrag von 1525, angebracht an einer Häuserfassade.Marbod Fritsch

Das Preisgericht würdigte die moderne und kluge Installation.

Weingarten Das Projekt des Künstlers Marbod Fritsch, das die Erinnerung an das geschichtsprägende Ereignis vor 500 Jahren wachhalten soll, ist ungewöhnlich. Es handelt sich nicht um eine klassische Skulptur, sondern um eine Installation an einem Gebäude. Der Entwurf des Bregenzers wurde in der 2. Runde des Wettbewerbs unter zuletzt vier Vorschlägen in Weingarten zum Sieger gekürt.

„Damit Frieden, Ruhe und Einigkeit dauerhaft bewahrt werden, sollen wir…“ ist das Textfragment, das aus dem Weingartener Vertrag stammt und in vergoldeten Großbuchstaben an eine Hauswand geschrieben wird. Das offene Ende, das entgegen dem Original von „sollen die…“ in „sollen wir…“ verändert wurde, richtet sich an die Menschen. „Wir werden aufgefordert, diese Leerstellen zu füllen, denn nur durch unser Tun wird jeder Vertrag lebendig“, meint Marbod Fritsch dazu. Der Betrachter soll zum Stehenbleiben animiert werden, um den schwer lesbaren Satz zu entziffern und darüber nachzudenken. Eine Stele am Boden – mit QR-Code – wird weitere Informationen liefern. Die Jury vertrat gemeinsam mit Fritsch den Ansatz, Erinnerung nicht als abgeschlossen, sondern als verändernden und erneuernden Prozess zu sehen. Die Gestaltung lädt zur Auseinandersetzung über die Inhalte des Weingartener Vertrags, die geschichtliche Bewertung und die daraus zu ziehenden Lehren ein.

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