Besondere Hommage an Frida Kahlo

Kultur / 20.12.2022 • 18:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Ausstellung "Frida Pop" enthält kuriose, vielschichtige Begegnungen mit der Künstlerin Frida Kahlo. <span class="copyright">CD</span>
Die Ausstellung "Frida Pop" enthält kuriose, vielschichtige Begegnungen mit der Künstlerin Frida Kahlo. CD

Das Frauenmuseum Hittisau hat dem Ausstellungsprogramm nun das Projekt „Frida Pop“ angegliedert.

Hittisau Auch wenn nur wenige Originale zu sehen sind, bilden sich vor Ausstellungen mit Arbeiten von Frida Kahlo mittlerweile lange Warteschlangen. Um dem Publikumsinteresse nachzukommen, vergeben Museen Zeitkarten, die oft schon Wochen zuvor ausverkauft sind.  Neue Publikationen und Verfilmungen des Lebens der Künstlerin aus Mexiko-Stadt (1907-1954) haben einen regelrechten Hype bewirkt. Es geht niemand davon aus, dass das Frauenmuseum Hittisau nun unter dem Titel „Frida Pop“ auch nur ein Original oder zumindest eine Kopie zeigen kann. Die Kuratorinnen Gaby Franger und Stefania Pitscheider Soraperra, Direktorin des Museums, beschäftigten sich mit Souvenirs, Alltagsgegenständen, Dekoerzeugnissen und kunsthandwerklichen Objekten, die von den Werken Kahlos inspiriert sind.

Die gezeigten Objekte stammen aus verschiedenen Ländern. <span class="copyright">CD</span>
Die gezeigten Objekte stammen aus verschiedenen Ländern. CD

Sie stammen überwiegend aus Mexiko, aber auch aus vielen anderen Ländern und zu bemerken ist, dass die Sammlung weit entfernt von jenem kommerziellen Kitsch einzuordnen ist, den die Souvenir-Industrie etwa mit Motiven aus Gemälden von Gustav Klimt auf den Markt bringt.

Dreidimensionale Selbstporträts

Ein paar Taschen, ein Fächer, Schmuck oder gar Socken mit floralem Muster sind dabei, im Großen und Ganzen sind es aber Bilder und Objekte, die zu Zwecken einer Hommage an Frida Kahlo gefertigt wurden. So finden wir etwa Püppchen als dreidimensionale Nachbildung ihrer Selbstporträts mit Tieren oder mit geöffnetem Brustkorb und freigelegter, künstlicher Wirbelsäule als Synonym für ihre schwere Verletzung bei einem Busunfall.

Hier ist Frida Kahlo mit ihrem Mann Diego Rivera porträtiert. <span class="copyright">CD</span>
Hier ist Frida Kahlo mit ihrem Mann Diego Rivera porträtiert. CD

Ein bunt mit einer Madonna bemaltes Auto zeigt sie als Insassin neben ihrem Mann Diego Rivera, einem Maler, der in seinen Arbeiten kommunistische Ideen propagierte, der Politikern und Ideologen aber durchaus kritisch gegenüberstand. Auch Frida Kahlo positionierte sich überzeugt politisch links. Dass es gerade nicht opportun war, Motive aus der traditionellen Volkskunst ihrer Heimat zu verwenden, hielt sie keinesfalls davon ab, sich ihnen intensiv zu widmen.  Auch das kommt in den Gegenständen zum Ausdruck.

Das schwierige Verhältnis zu Diego Rivera sowie Affären, die sich die Frau ebenso gönnte, werden in vielen Büchern dokumentiert. Ebenso der Austausch mit europäischen Künstlern und Sammlern. Auch der bekannte deutsche Mäzen und Journalist Heinz Berggruen zählte dazu.

Die Ausstellung ist dem Projekt "Zwischen den Welten" angegliedert: Frauen aus Österreich erzählen aus ihrem Leben. <span class="copyright">CD </span>
Die Ausstellung ist dem Projekt "Zwischen den Welten" angegliedert: Frauen aus Österreich erzählen aus ihrem Leben. CD

Die Ausstellung „Frida Pop“ nun dem Projekt „Zwischen den Welten“ anzugliedern, das, wie bereits berichtet, Erzählungen von Frauen aus Österreich beinhaltet, die vor 1935 geboren wurden, erweist sich als gute Idee. Ein Grund mehr für den Besuch im Frauenmuseum.

Weitere Vorarlberger Projekte

Frida Kahlo und Diego Rivera war vor wenigen Jahren eine Ausstellung im Flatz Museum in Dornbirn gewidmet. Gisèle Freund (1908–2000), die aus Deutschland stammende Soziologin und Fotografin, emigrierte in den 1930er-Jahren nach Paris und verbrachte einige Zeit in Mexiko, wo sie bald zum Freundeskreis des Ehepaares zählte. Das Vorarlberger Landestheater hat vor einem Jahr den Monolog „Frida  – Viva la vida“ von Leopold Huber präsentiert. Die Produktion mit Vivienne Causemann steht ab 4. Jänner nächsten Jahres wieder auf dem Spielplan.

„Frida Pop“ ist im Frauenmuseum Hittisau bis 23. April 2023 geöffnet, Di bis So, 10 bis 17 Uhr; 24., 25. Dezember und 1. Jänner geschlossen: frauenmuseum.at

Dieses Objekt wird dem Ausstellungstitel "Frida Pop" jedenfalls gerecht. <span class="copyright">CD</span>
Dieses Objekt wird dem Ausstellungstitel "Frida Pop" jedenfalls gerecht. CD
Szene aus "Frida Viva la vida" am Vorarlberger Landestheater. Die Produktion des Vorjahres kommt wieder in den Spielplan. <span class="copyright">LT/Köhler</span>
Szene aus "Frida Viva la vida" am Vorarlberger Landestheater. Die Produktion des Vorjahres kommt wieder in den Spielplan. LT/Köhler

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