Faszinierende „Salome“ in Zürich

Kultur / 16.01.2023 • 19:08 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Großartige Wiederaufnahme der „Salome“ in Zürich.  Paul Leclaire
Großartige Wiederaufnahme der „Salome“ in Zürich.  Paul Leclaire

Zürich „Salome“ von Richard Strauss ist eine jener Opern, die das Publikum seit der Uraufführung im Jahr 1905 in ihren Bann zieht, und die Wiederaufnahme am Opernhaus Zürich bildet da keine Ausnahme. Mit einer großartigen Inszenierung, hervorragenden Sängern, einem wundervollen Orchester und einem sensationellen Dirigenten ist die Aufführung ein voller Erfolg.

Die Oper dreht sich um die junge Prinzessin Salome, die sich in den Gefangenen Johannes der Täufer verliebt, der sich der erotischen Anziehung Salomes seinerseits nicht entziehen kann und diese dennoch schlussendlich zurückweist. Als Preis für einen erotischen Tanz fordert sie aus Rache von ihrem Stiefvater Herodes den abgeschlagenen Kopf Jochanaans.

Beeindruckendes Opern-Erlebnis

Kostas Smoriginas als Johannes versteht es ausgezeichnet, mit seiner starken und emotionalen Stimme die nahezu fanatische Leidenschaft des Täufers vorzuführen. Smoriginas ist den Besuchern der Bregenzer Festspiele noch als Conte di Monterone in Rigoletto in bester Erinnerung. Der Österreicher Wolfgang Ablinger-Sperrhacke verfügt über eine beeindruckende Präsenz auf der Bühne und verkörpert folgerichtig die Figur des Herodes überzeugend. Auch stimmlich weiß der Salzburger, der 2006 bei den Bregenzer Festspielen in der Titelrolle von Offenbachs „Ritter Blaubart“ debütierte, zu überzeugen. Am hellsten strahlt allerdings der Stern von Elena Stikhina, die eine überragende Salome gibt. Darstellerisch, aber vor allem gesanglich brilliert die 36-jährige Russin auf einem unheimlich hohen Niveau und singt diese unfassbar schwere Partie mit ihrer wunderschönen Stimme auch technisch perfekt.

Unter der beeindruckenden musikalischen Leitung von Erik Nielsen unterstützt die Philharmonia Zürich die Sänger perfekt und liefert eine beeindruckende Leistung ab. Nielsen führt das Ensemble sicher und bringt die Musik von Strauss auf ein neues Niveau. Insgesamt ist die Inszenierung von „Salome“ ein beeindruckendes Opern-Erlebnis. Intendant Andreas Homoki, Regisseur der aktuellen „Madame Butterfly“ bei den Bregenzer Festspielen, gelingt es in seiner Inszenierung zusammen mit dem großartigen Bühnenbild von Hartmut Meyer der Handlung den passenden Hintergrund zu liefern und die Zuschauer gebannt der dramatischen Handlung folgen zu lassen. Eine (Wieder)-Aufführung, die man auf keinen Fall verpassen sollte. vn-ama

Weitere Aufführungen: 17. Jänner, 19 Uhr; 20. Jänner, 19 Uhr; 26. Jänner, 19 Uhr; 29. Jänner, 20 Uhr; 3. Februar, 19 Uhr. Opernhaus Zürich

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