Internationaler Holocaust Gedenktag

Kultur / 25.01.2023 • 15:45 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das vorarlberg museum erinnert am am 27. Jänner den ganzen Tag an die Opfer des Nationalsozialismus und an die Gräuel der Täter.<span class="copyright">Mark Mosman</span>
Das vorarlberg museum erinnert am am 27. Jänner den ganzen Tag an die Opfer des Nationalsozialismus und an die Gräuel der Täter.Mark Mosman

Vielfältiges Programm am 27. Jänner im vorarlberg museum.

Bregenz Das vorarlberg museum erinnert am Internationalen Holocaust Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus und an die Gräuel der Täter. Beim Thementag am 27. Jänner geht es um die Geschichte einer Vorarlberger Widerstandsgruppe, die – bevor sie noch aktiv werden konnte – verraten wurde. Der Historiker Werner Dreier befasst sich in einem Vortrag mit den Brüdern Harald und Irmfried Eberl aus Bregenz.

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Nach dem Vormittagsprogramm speziell für Schulen, startet um 15 Uhr Adam Schmidtberger, ein Guide der KZ-Gedenkstätte Mauthausen/Gusen, der sich mit Fragen der Erinnerungskultur beschäftigt: Die letzten Zeitzeugen sterben, manche Besucher verhalten sich in der Gedenkstätte wie an einem Sightseeing-Ort – wie soll man heute und in Zukunft an den Nationalsozialismus erinnern?

Der Fotograf und Künstler Marko Zink.     <span class="copyright">Hermann Pentermann</span>
Der Fotograf und Künstler Marko Zink. Hermann Pentermann

Anschließend berichtet der aus Vorarlberg stammende Fotokünstler Marko Zink über seine Auseinandersetzung mit der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, Ort und Synonym für die Auslöschung Zehntausender Menschen. Seine Arbeiten sind aktuell in einer Sonderausstellung im vorarlberg museum zu sehen.

Die „Aktionistische Kampforganisation“, Dornbirner Widerstandskämpfer.     <span class="copyright">Bildsammlung Malin-Gesellschaft Stadtarchiv Dornbirn</span>
Die „Aktionistische Kampforganisation“, Dornbirner Widerstandskämpfer. Bildsammlung Malin-Gesellschaft Stadtarchiv Dornbirn

„freitags um 5“ hat die „Aktionistische Kampforganisation“ zum Thema. Die AKO, eine von zwei bekannten Vorarlberger Widerstandsgruppen, wollte das NS-Regime bekämpfen, wurde aber verraten, bevor sie wirklich aktiv werden konnte. Den Richtern war das egal: Sie verurteilten ein Mitglied zum Tod und die anderen zu langen Haftstrafen. Markus Barnay wird im Gespräch mit dem Historiker Florian Guggenberger die Geschichte der auch nach 1945 nicht gewürdigten Gruppe ins Rampenlicht stellen.

Der Historiker Dr. Werner Dreier.     <span class="copyright">Florian Schroetter</span>
Der Historiker Dr. Werner Dreier. Florian Schroetter

Und um 19 Uhr befasst sich Historiker Werner Dreier in seinem Vortrag „Der Ariseur und der Massenmörder aus Bregenz“ mit der Lebensgeschichte von Harald und Irmfried Eberl.

Massenmörder Irmfried Eberl, Kommandant des Vernichtungslagers Treblinka.       <span class="copyright">LA Baden-Wuerttemberg</span>
Massenmörder Irmfried Eberl, Kommandant des Vernichtungslagers Treblinka. LA Baden-Wuerttemberg

Aus einer deutschnationalen Familie stammend, besuchten die beiden Brüder das Gymnasium in Bregenz, studierten in Innsbruck Jus sowie Medizin und schlossen sich den illegalen Nationalsozialisten an.

Harald Eberl, führender nationalsozialistischer Landespolitiker.     <span class="copyright">StAB 710142</span>
Harald Eberl, führender nationalsozialistischer Landespolitiker. StAB 710142

Nach der Machtübernahme der Nazis wurde Harald Eberl als Rechtsanwalt Spezialist für Arisierungen und führender nationalsozialistischer Landespolitiker. Irmfried Eberl leitete als Arzt „Heil- und Pflegeanstalten“, in denen Tausende Menschen ermordet wurden, bevor er als Kommandant des Vernichtungslagers Treblinka etwa 280.000 Tötungen verantwortete. Nach dem Zusammenbruch des nationalsozialistischen Regimes tauchte Irmfried Eberl in Süddeutschland unter; 1948 wurde er verhaftet und nahm sich in der Haft das Leben. Harald Eberl gelang es, sich der Entnazifizierung in Vorarlberg zu entziehen und im deutschen Wirtschaftswunder seine Karriere erfolgreich fortzusetzen.

Der Museumseintritt ist am 27. Jänner frei.

Internationaler Holocaust-Gedenktag

Fr, 27. Januar

Thementag Vortrag und Diskussion

vorarlberg museum

Kornmarktplatz 1, 6900 Bregenz

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