Eine Kulturikone feiert seinen 85. Geburtstag

Kultur / 09.06.2023 • 13:29 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Günter Rhomberg kann am 10. Juni seinen 85. Geburtstag feiern.  <span class="copyright">APA/ROLAND SCHLAGER</span>
Günter Rhomberg kann am 10. Juni seinen 85. Geburtstag feiern. APA/ROLAND SCHLAGER

Günter Rhomberg hat sein Leben der Kultur gewidmet.

Bregenz Nach 31 Jahren als Präsident der Bregenzer Festspiele übernahm Günter Rhomberg 2014 inmitten einer Finanzaffäre am Burgtheater als eine Art “Feuerwehrmann” die interimistische Geschäftsführung der Bundestheater-Holding. Bis 2022 war Rhomberg, der am 10. Juni seinen 85. Geburtstag feiert, Präsident der Stiftung “Theater an der Josefstadt” in Wien.

Günter Rhomberg war mehrere Jahre Vorstandsvorsitzender der Huber Holding AG. <span class="copyright">Robert Jaeger</span>
Günter Rhomberg war mehrere Jahre Vorstandsvorsitzender der Huber Holding AG. Robert Jaeger

Rhomberg wurde 1938 in Bregenz geboren und begann seine berufliche Laufbahn als Bauingenieur. Sein beruflicher Durchbruch gelang ihm als Geschäftsführer von Josef Hubers Erben, dem Gründungsunternehmen der heutigen Huber Holding AG, deren Vorstandsvorsitzender er ab 1993 für mehrere Jahre war. Öffentlich engagierte sich Rhomberg unter anderem als Obmann der Sparte Industrie in der Wirtschaftskammer Vorarlberg und als langjähriger Präsident der österreichischen Textilindustrie.

Der scheidente Festspiel-Intendant Alfred Wopmann, sein Nachfolger David Pountney und Festspielpräsident Günter Rhomberg.  <span class="copyright">Dietmar Stiplovsek</span>
Der scheidente Festspiel-Intendant Alfred Wopmann, sein Nachfolger David Pountney und Festspielpräsident Günter Rhomberg. Dietmar Stiplovsek

Mit 43 Jahren übernahm er 1981 die Präsidentschaft der Bregenzer Festspiele und trat damit in die Fußstapfen seines Vaters Walter, der von 1963 bis 1968 Präsident war. Konsequent verfolgte er seine Vision, ein Programm zu bieten, das “mehr als bisher” den Interessen der Jugend entsprach und keinesfalls in Konkurrenz zu Salzburg und Bayreuth treten wollte.

Günter Rhomberg bei der Festspieleröffnung 1983.   <span class="copyright">Rudolf Zündel</span>
Günter Rhomberg bei der Festspieleröffnung 1983. Rudolf Zündel

Darüber hinaus vertrat Rhomberg einen Weg der Vernunft. Programm und finanzielle Möglichkeiten sollten in einem vernünftigen Verhältnis zueinander stehen. So prägte er die Bregenzer Festspiele bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 2012 maßgeblich, die “zweite Pionierphase” des Festivals wurde zur “Ära Rhomberg”.

Festspiel-Präsidenten Günter Rhomberg mit dem damaligen Intendanten David Pountney (r). <span class="copyright">Philipp Steurer</span>
Festspiel-Präsidenten Günter Rhomberg mit dem damaligen Intendanten David Pountney (r). Philipp Steurer

In die Amtszeit Rhomberg fällt beispielsweise die wesentliche Erweiterung des Festspielhauses: Aus dem zunächst bescheiden als “Probebühne” propagierten Zubau wurde die heute unverzichtbare “Werkstattbühne”.

GüŸnter Rhomberg, NationalratsprŠäsidentin Barbara Prammer, Kuturministerin Claudia Schmied und Intendant David Pountney am Mittwoch, 20. Juli 2011, bei der Premiere der Oper “Andre Chenier”. <span class="copyright">APA-FOTO: DIETMAR MATHIS</span>
GüŸnter Rhomberg, NationalratsprŠäsidentin Barbara Prammer, Kuturministerin Claudia Schmied und Intendant David Pountney am Mittwoch, 20. Juli 2011, bei der Premiere der Oper “Andre Chenier”. APA-FOTO: DIETMAR MATHIS

Die Zuschauerkapazität der Seebühne wurde in den 1990er Jahren auf knapp 7.000 Plätze erweitert. Organisatorisch erfolgte 1989 die Umwandlung des “Vereins Festspielgemeinde Bregenz” in die “Bregenzer Festspiele GmbH” und 2002 in die “Bregenzer Festspiele Privatstiftung”.

Günter Rhomberg zog sich im Frühjahr 2012  aus seinem Amt als Festspielpräsident zurück. <span class="copyright">APA-FOTO: Stiplovsek Dietmar</span>
Günter Rhomberg zog sich im Frühjahr 2012 aus seinem Amt als Festspielpräsident zurück. APA-FOTO: Stiplovsek Dietmar

Nach dem Ende seiner Tätigkeit bei den Festspielen war es Rhomberg nach eigener Aussage ‘ein bisschen langweilig’ geworden. Deshalb übernahm er 2005 nach anfänglicher Ablehnung den Vorsitz im Stiftungsrat der damals neu gegründeten “Theater in der Josefstadt-Privatstiftung”. Die Entschuldung und die Finanzierung umfangreicher baulicher Sanierungsmaßnahmen waren die größten Herausforderungen. Auch die künstlerischen Weichenstellungen wurden von Rhomberg aktiv mitgestaltet.

Rhomberg im Theater in der Josefstadt bei der Präsentation der “Spielzeit 2019/20.<span class="copyright">APA/HANS PUNZ</span>
Rhomberg im Theater in der Josefstadt bei der Präsentation der “Spielzeit 2019/20.APA/HANS PUNZ


2014 übernahm Rhomberg nach dem Finanzskandal am Burgtheater und dem Rücktritt von Bundestheater-Holding-Chef Georg Springer dessen Aufgaben. Als interimistischer Geschäftsführer führte er den staatlichen Bühnenkonzern bis 2016 durch zwei schwierige Sanierungsjahre. Um das Budget zu sanieren, verkaufte Rhomberg Immobilien, sparte bei Produktionen und Personal und erreichte die größte Subventionserhöhung seit der Ausgliederung der Theater.

Bei der Verleihung des "Ehrenringes der Stadt Bregenz" an Günter Rhomberg gemeinsam mit seinen Kindern Philip (links) und Isabel (rechts).  <span class="copyright"> Klaus Hartinger </span>
Bei der Verleihung des "Ehrenringes der Stadt Bregenz" an Günter Rhomberg gemeinsam mit seinen Kindern Philip (links) und Isabel (rechts). Klaus Hartinger

Zum Abschied überreichte er eine Bilanz mit schwarzen Zahlen. Als Dank für seinen Einsatz erhielt Rhomberg das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.

<p class="caption">Günter Rhomberg erhielt das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.<span class="copyright">Herbert Neubauer</span></p>

Günter Rhomberg erhielt das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.Herbert Neubauer