„Brot statt Börsen“

Leserbriefe / 26.10.2012 • 16:28 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Dass Spekulationsgeschäfte mit Lebensmitteln an den Börsen durch mehr Transparenz und Regulierungsmaßnahmen eingedämmt werden sollten, wurde neulich beim „gesellschaftspolitischen Stammtisch“ im Dornbirner Kolpinghaus diskutiert. Herr Rupprechter, Börsenfachmann der Hypolandesbank, konnte dem als Diskussionsteilnehmer „in gewisser Weise“ zustimmen, wies aber gleichzeitig auf die „Gefahr“ einer Überregulierung hin und forderte entsprechendes Handeln der Politik. Herr Rupprechter, Sie wissen genau, dass Börsianer und Banker jegliche Regulierung und Transparenz fürchten wie der Teufel das Weihwasser. Ich frage Sie, warum müssen immer Staat und Politik eingreifen, obwohl doch andauernd „weniger Staat“ verlangt wird? Zum Beispiel, grassiert die Korruption, muss ein Antikorruptionsgesetz her. Stimmt etwas an den Börsen nicht, braucht es entsprechende Gesetze gegen unlautere Praktiken usw. Keinem Börsenhändler wird verboten, sich an solchen Geschäften nicht zu beteiligen und eigenverantwortlich so zu handeln, dass nicht Profitgier und uneingeschränkte Vermögensvermehrung das Maß aller Dinge sind. Dann bräuchte es nämlich keine neuen Gesetze, die ohnehin schwer oder gar nicht zustande kommen. Man kann doch ein guter, nicht korrupter Mensch sein, ohne gesetzlich dazu gezwungen zu werden. Wer nur danach handelt, dass alles erlaubt ist, was nicht ausdrücklich verboten wird, handelt verantwortungslos, und die Auswirkungen dieses Handelns haben (wie immer) die Ärmeren zu tragen.

Franz Kogler,

Haldenweg 20, Bregenz