Optimum oder Maximum?

Leserbriefe / 29.10.2012 • 21:13 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zur selben Zeit, als sich eine Mehrheit der Kleinwalsertaler gegen eine geplante Verbindung von Skigebieten ausgesprochen hat, freut man sich in Lech über bevorstehende Bahnbauten, mit denen das größte Skigebiet Vorarlbergs geschaffen werden soll. Für diesen Unterschied gibt es viele Gründe. Einer liegt in der Tatsache, dass die meisten Kleinwalsertaler in der Tourismusentwicklung offenbar wie bisher „Optimum“ (Bestmögliches) und „Maximum“ (Größtmögliches) unterscheiden wollen. Wo das Bestmögliche angestrebt wird, kann sich eine Region nicht mit den betriebswirtschaftlichen Erfolgserwartungen der Seilbahnwirtschaft zufrieden geben, so berechtigt diese für sich genommen sein mögen. Umsichtige volkswirtschaftliche Kosten-Nutzen-Analysen interessieren sich für die Gesamtbilanz, bei denen alle Auswirkungen einschließlich der Landschaftsveränderungen, Verkehrsbelastungen durch Tagesausflügler und anderer Nachteile zu berücksichtigen sind. Wo nach dem „Nettonutzen“ für die Allgemeinheit gefragt wird, bestätigt sich sehr oft die Regel: „Weniger kann mehr sein.“ Bald wird sich zeigen, ob man im Kleinwalsertal oder in Lech mehr Grund zum Lachen haben wird.

Dr. Helmut Tiefenthaler,

Kummenweg 8, bregenz