Von der Straße auf die Schiene

Leserbriefe / 29.10.2012 • 20:13 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Ich habe vor 35 Jahren die Lkw-Spedition aufgegeben und mich ausschließlich auf die Verlagerung von Massenguttransporten von der Straße auf die Schiene konzentriert. In Zusammenarbeit mit der ÖKOMBI konnte das Aufkommen stetig gesteigert werden. Kartoffeln, Salz, Zucker, Eisensulfat, Kakaobohnen u. v. m. habe ich von der Straße auf die Schiene verlagert. Dann wurden die ÖBB „privatisiert“ und der Kombiverkehr war plötzlich nur noch defizitär und mit Streckenbeschränkungen und Kontingentierung von Rollmaterial stark benachteiligt.

Die neuerliche Ankündigung, die Strecken nach Villach und Graz zu streichen, ist ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die sich seit Jahren um die Verlagerung bemühen und große Summen in die Infrastruktur investieren.

Wo sind die Politiker, die lautstark nach Verlagerung auf die Schiene schreien?

Ich nehme an, sie müssen sich mit Untersuchungsausschüssen über Ehre und Anstand ihrer Kollegen befassen und haben keine Zeit, sich um tatsächliche Probleme und Sorgen der mittelständischen Unternehmer zu kümmern, oder sie haben keine Ahnung, wie schwer es ist, etwas Positives für die Umwelt zu leisten. Vor dem Politiker, dem es gelingt, dieses Ansinnen der ÖBB zu stoppen, ziehe ich mit Respekt den Hut.

Hans Hämmerle,
Dammstraße 3, lustenau