Nein zur Aufstockung der Atomforschung!

Leserbriefe / 08.11.2012 • 21:21 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Dass das atomkraftwerksfreie Österreich auch 34 Jahre nach der Zwentendorf-Abstimmung immer noch über den EURATOM-Vertrag Geldmittel zur Förderung der Atomkraft beisteuert, ist ein unhaltbarer Zustand. Gerade vor den Plänen der EU-Kommission für das Atom-Forschungsprogramm HORIZON 2020. Da sollen die Gelder um 15 %, also um fast eine Milliarde aufgestockt werden. Auch die Forschung am Millionengrab Kernfusion ITER würde ausgebaut, obwohl die Aussichten völlig unsicher sind, mittel Kernfusion jemals Strom produzieren zu können.

Aus dem Vorschlag der EU-Kommission für die Atomforschung 2014–2018 ist auch keineswegs herauszulesen, dass man sich mit Strahlenschutz und Vorsorgemaßnahmen auf den Schutz der Bevölkerung konzentrieren würde, wie das Wissenschaftsminister Töchterle glauben machen will. Denn für Forschungsarbeiten an „neuartigen“ Atomreaktoren stünde ein doppelt so hohes Budget zur Verfügung wie für Kernspaltung und Strahlenschutz.

Zur heutigen Regierungsklausur ist die Bundesregierung daher aufgefordert, keinesfalls der Erhöhung des Atomforschungs­budgets zuzustimmen,
sondern verstärkt Verbündete zu suchen sowohl für die Umlenkung der  Gelder in Richtung der zukunftsverträglichen erneuerbaren Energieversorgung als auch für den Ausstieg aus dem EURATOM-Vertrag.

Hildegard Breiner, Naturschutzbund Vorarlberg, Vorarlberger plattform gegen Atomgefahren, thalbach. 8/ Am Brand 8, Bregenz