Fakten zum Pelz

Leserbriefe / 09.11.2012 • 19:45 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Kürschner Jürgen Amann: „Es liegt am Konsumenten, ob er Pelze aus fragwürdiger Herkunft kauft.“
Kürschner Jürgen Amann: „Es liegt am Konsumenten, ob er Pelze aus fragwürdiger Herkunft kauft.“

Das Thema Robbenfelle ist in Europa seit Jahren bereinigt, so ist sowohl der Handel als auch der Verkauf von Produkten aus Robbenfellen in der EU verboten. Die Haltebedingungen von Pelztieren sind in den europäischen Zuchtländern genauestens geregelt, eine möglichst tiergerechte Haltung ist im Sinne jedes Züchters, da er nur hochqualitative Felle wirtschaftlich gewinnbringend verwerten kann. Jeder Haustierbesitzer weiß, dass nur ein gesundes und artgerecht gehaltenes Tier ein hervorragendes Fell trägt. Bereits 2006 hat die internationale Pelzwirtschaft ein eigenes Label OA (Original Assurd) eingeführt. Wenn ein Pelzkleidungsstück das OA-Etikett trägt, weiß der Verbraucher, dass das Fell, sei es gezüchtet oder aus Wildfang, aus einem Land kommt, in dem es gesetzliche Regelungen zum Tierschutz oder Sorgfaltsstandards für die Pelzgewinnung gibt. Der Konsument kann daher sicher sein, dass er ein Produkt erwirbt, das den hohen ethischen Ansprüchen gerecht wird. Es ist der Öffentlichkeit kaum bekannt, dass eine Vielzahl von Fellen als Nebenprodukt in der Nahrungsmittelproduktion anfällt. Dies gilt zum Beispiel für Kaninchen, Ziege und Schaf (Persianer). Produkte wie Persianer geben ganzen Regionen in Entwicklungsländern die Möglichkeit, ein entsprechendes Einkommen zu erwirtschaften. Die Felle fallen hierbei rein als Nebenprodukt der Schafzucht an. Es liegt beim Konsumenten, zu entscheiden, ob er ein Produkt erwirbt, welches aus gesicherter Herkunft stammt oder ob er auf ­Billigprodukte z. B. aus China setzt.

Jürgen Amann, Kürschnermeister, Schweizer Straße 26b, Hohenems