Fußfesseldebatte

Leserbriefe / 11.11.2012 • 20:32 Uhr / 1 Minuten Lesezeit

Auch wenn die landesweite Aufregung über die jüngste Fußfesselentscheidung des Verwaltungsgerichtshofs menschlich verständlich ist, geht sie am eigentlichen Problem vorbei. Dieses besteht nämlich darin, dass unser Strafgesetzbuch für Vergewaltigungen einen Strafrahmen von geradezu lächerlichen sechs (!) Monaten bis zu zehn Jahren vorsieht. Man müsste daher nur die Mindeststrafe so anheben, dass zumindest ein Teil der Strafe abgesessen werden muss und nicht die ganze Strafe bedingt ausgesprochen und/oder lediglich mit einer Fußfessel „verbüßt“ werden kann. Eine solche Gesetzesänderung wäre jedoch Aufgabe unseres Nationalrats. Ob dieser dazu den Mut aufbringt, kann bezweifelt werden.

Dr. Jörg Frey, Rosa-Michl-Weg 4, Feldkirch