Fußfessel – Verein Neustart

Leserbriefe / 12.11.2012 • 19:32 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum Leserbrief von Winfried Winder, Neustart Vorarlberg, vom 9. 11. 2012 in den VN:

Die Kritik am Strafurteil für den Vergewaltiger bezüglich Fußfessel ist beim Verein „Neustart“ nicht falsch adressiert, da Instanzen und VerwGH im Urteil einem Bericht von „Neustart“ gefolgt sind. Das von „Neustart“ erwähnte Mehr an Betreuung und Kontrolle zur Nachhaltigkeit einer Strafmaßnahme kann während der Haft genauso gut oder effektiver erfolgen. Wollte man dennoch von einer Haft abse-hen, wäre anstatt „Urlaub zu Hause“ die verpflichtende Auflage einer längerfristigen Sozialarbeit (mit Fußfessel) eine Variante. Bei attestierter Ungefährlichkeit des Täters kann das ja kein Problem sein. Und bei der Mitarbeit in einer Arbeitsgruppe ist die Kontrolle doch wesentlich besser als zu Hause bei sporadischen Betreuungseinheiten durch „Neustart“. Die effektivsten Resozialisierungsmaßnahmen sind jene, bei denen der Täter aktiv mitwirken kann/muss. Knast ist teuer. Geld ist mehr wert als der Mensch – ein Symptom der kapitalistischen Politik/Gesellschaft. Dem Staat geht es nur ums Geld. Deshalb wurde die Möglichkeit der Fußfessel anstelle von Haft geschaffen, die auch beim „Kavaliersdelikt“ Vergewaltigung Anwendung findet. Der Großteil der Bevölkerung sieht diese Straftat und das Urteil eben anders als einseitig ausgerichtete Experten/Politiker/Richter.

Josef Bechter, Gartenstraße 6, Lochau