Armut

Leserbriefe / 15.11.2012 • 21:51 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum Leserbrief von Hr. Krimbacher vom 27. 10. 12:

Ich setze mich vor allem für Mindestrentner und Behinderte ein. Ich habe viel Erfahrung mit Senioren und Pflegeheimen und Versicherungen. Ich habe meine Eltern gepflegt. Als sie ins Altersheim kamen, hatte ich einen neutralen Sachwalter für sie und arbeitete mit ihm zusammen, und habe selbst sehr hohe Heimkosten bezahlt. Was ich allerdings beim Staat verurteile, sind die Gesetze und der ganze Büro-Kram. Viele ältere Bürger waren früher in der Landwirtschaft, in Fabriken tätig oder waren selbstständig und haben den Krieg mitgemacht. Trotz harter Arbeit haben sie eine geringe Pension. Sie würden oft die Pflegestufe 1 für MOHI oder Arztbesuche benötigen. Sagen Sie mir, wie 80- bzw. 90-Jährige ohne Betreuer eine Klage einreichen können. Zudem wird man bei Gericht von den Versicherungen als Schwerverbrecher behandelt – das ist mir selbst passiert!

Die 70- bis 90-Jährigen haben in den 60er-Jahren die Wirtschaft angekurbelt – und wie geht man heute mit ihnen um? Die jungen Leute sind heute schneller in der Armut (Kredite für Urlaub, Sport, Autos usw.). Viele Menschen wollen arbeiten, aber ab 45 Jahren sind sie zu alt oder es fehlt an der Ausbildung. Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft. Wer hat heute 1300 Euro (Armutsfalle)?

Renate Walla, Beim Adler 1, Frastanz