Politikerschelte auch für Bürgermeister?

Leserbriefe / 15.11.2012 • 21:51 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Verständlich der Zorn auf verschiedene Politiker (nicht auf alle), aber mit einem Rundumschlag die Bürgermeister auch noch einzuschließen (Leserbrief vom 10. 11. 2012) ist einfach zu viel. Wir sollten froh sein, dass es Frauen und Männer gibt, die sich dieser Aufgabe noch stellen. Anzumerken ist, je kleiner die Gemeinde, umso geringer das Gehalt und umso größer der Aufgabenbereich und der Zeitaufwand. Dazu kommen noch einige „Vorteile“ dieses Amtes: kein Urlaubsanspruch, kein 16. Gehalt (14 wie fast überall), keine sozialrechtliche Absicherung, geringe Pension, eventuelle Zulagen abhängig vom Gemeinderat usw. Ich kenne einen Bürgermeister, der nach 17 Jahren abgewählt wurde (so ist es halt in der Politik), aber noch keinen Pensionsanspruch hatte. Die ganzen Ersparnisse gingen bis zur Pensionierung drauf. Aus dem Gesagten resultiert auch, dass fast nur noch Beamte in die Politik gehen. Meiner Meinung nach sollte das Gehalt nicht von der Größe der Gemeinde abhängen, und wenn z. B. die Landesregierung gute Leute will, muss sie halt auch in die berühmte Tasche greifen. Fragt man die Leute, die sich generell aufregen, ob sie das Amt übernehmen würden, erhält man mit Sicherheit eine dementsprechende negative Antwort. Gescheiter wäre, denen dankbar zu sein, die sich diese Arbeit noch antun, oder?

Hans Bösch, Wiesenweg 4, Ludesch