Plan B und eine Portion Ethik

Leserbriefe / 16.11.2012 • 20:28 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Niko Paech wirbt für Gemeinschaftsgärten wie den „Garten unser“, den die VN Anfang Oktober 2012 porträtierten. In Sulz bewirtschaften 15 Hobby-Biobauern gemeinsam ein Feld. Foto: VN/Paulitsch
Niko Paech wirbt für Gemeinschaftsgärten wie den „Garten unser“, den die VN Anfang Oktober 2012 porträtierten. In Sulz bewirtschaften 15 Hobby-Biobauern gemeinsam ein Feld. Foto: VN/Paulitsch

Wachstumskritiker Niko Paech sprach kürzlich im Funkhaus in Dornbirn von einer neuen Gesellschaft. Er bricht die Lanze für kleine Gemeinschaften, die sich vom Geld unabhängig machen. Er setzt auf Gemeinschaftsgärten, Tauschringe, Nachbarschaftshilfe. Viele Bürger haben die verfahrene Situation längst intuitiv erfasst: Wir leben in einem Wirtschafts- und Finanzsystem, das ewiges Wachstum und die Zerstörung von Menschen, Tieren oder Pflanzen voraussetzt, um „Wirtschaftskrisen“ zu vermeiden. Warum aber versagen die Politik und die Wissenschaft so gnadenlos? Die Antworten sind komplex, aber leicht zu verstehen. Andreas Popp zeigt im Plan B vier Komponenten auf (fließendes Geld, soziales Bodenrecht, bedingungsloses Grundeinkommen und freie Presse). Er stellt eine mathematisch beweisbare Lösung dar, die mit aufgeräumtem Kopf wissenschaftlich abgeleitet wurde, wie er sagt. Sie unterscheidet sich grundlegend von der bestehenden Ordnung. Überall hören wir widersprüchliche Nachrichten von Experten, die die Krise nicht vorhersehen konnten und hilflos längst widerlegte Dogmen predigen. Für mich wird es immer klarer, dass die Veränderung der Rahmenbedingungen real umsetzbar ist. Es geht um das Gemeinwohl! Ich gebe den visionären Denkern recht: den Bewusstseinssprung brauchen wir für die wirklich wichtigen Dinge dieser Welt. Die Rahmenbedingungen einer funktionierenden Wirtschaft sollten wir einfach mit unserem Verstand und einer ordentlichen Portion „Ethik“ hinbekommen.

Evelyn Böhler, Hinter den Bündten 3, Rankweil