Alpbewirt­schaftung

Leserbriefe / 20.11.2012 • 19:02 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die derzeitigen ­Richtlinien zur Feststellung von Alpflächen bergen für die Alpverantwortlichen bei der Einschätzung zur Ermittlung der tatsächlich vorhandenen Futterflächen Risiken. Beim Vergleich der Melde- und Kontrollergebnisse kann es dadurch zu Abweichungen kommen. Deshalb der Vorschlag der Landwirtschaftskammer, stattdessen die Zahl der gealpten Tiere in Kombination mit den notwendigen Futterflächen als Grundlage der Berechnungen heranzuziehen. Alpbewirtschaftung funktioniert nur mit Rindern, Schafen, Ziegen und Pferden, die das Gras auf den Steilhängen fressen und so für die Offenhaltung der Berglandschaft sorgen. Nachdem diese Tiere im Winter nicht auf den Alpen gehalten werden können, braucht es Landwirte, die sie über den Winter auf ihren Heimbetrieben füttern und im Sommer auf die Alpe bringen. Die Gras fressenden Tiere sind die Grundlage der Alpbewirtschaftung, und ihre Betreuung ist auch der größte Arbeitsaufwand. Daher setzt mein Modell bei den Tieren an. Sie sollen die Basis der Leistungsabgeltung sein. Nur wenn sie auf die Alpe kommen und betreut werden, funktioniert der Kreislauf der Alpwirtschaft. Aber selbstverständlich braucht es auch eine Begrenzung. Ich habe vorgeschlagen, dass pro Hektar Alpfläche höchstens eine Großvieheinheit gefördert wird. Mein Vorschlag dient auch der Entbürokratisierung. Es ist verwaltungsökonomisch die bessere Variante, die aufgetriebenen Tiere festzustellen, als im Alp­gelände unzählige Büsche, Rutschungen, Schotterfelder und nicht beweidbare Steilflächen herauszurechnen. Die Feststellung der Futterflächen auf Betrieben im Tal ist wesentlich einfacher. Dort soll das bisherige Flächenmodell beibehalten werden.

StR. Josef Moosbrugger, Präsident der Landwirtschaftskammer Vorarlberg, Montfortstraße 9, Bregenz